Wohin CEO Hans-Peter Rohner will

PubliGroupe - Erklärungen anlässlich der IGEM-Mitgliederversammlung.

Anlässlich der IGEM-Mitgliederversammlung erklärte PubliGroupe-CEO Hans-Peter Rohner im Anschluss an den statutarischen Teil, wohin er die Gruppe führen will.

PubliGroupe: Von der Inseratenverwaltung zum Medienvermarkter

Mit der Übernahme des Kino- und TV-Vermarkters Cinecom & Media AG im letzten Jahr hatte der Lausanner Presseriese dokumentiert, dass er aus dem Presseghetto ausbrechen will. Aus seinen Ausführungen wurde schnell klar, dass der PubliGroupe nichts weniger als ein totaler Wertewandel bevorsteht. Lag das Schwergewicht bisher bei der Verwaltung von Anzeigen steht in Zukunft nach den Worten Rohners die "aggressive, offensive und professionelle Vermarktung“ von Werberaum und Werbezeit in Medien im Zentrum.

Als Ziel formuliert Rohner, dass seine Gruppe bis Ende dieses Jahres in der Schweiz alle elektronischen Medien im eigenen Haus vermarkten will. Die Wachstumsmöglichkeiten seien allerdings limitiert. Rohner blickt denn auch über die Grenze hinaus. Er sieht die Publigroupe in Anlehnung an den von ihm kreierten Begriff der "Print basierten Multimedia Serviceprovider“ (Presseverlage) als "internationale, Schweiz basierte Multimedia Vermarktungsfirma“.

Als Vorbild dafür nannte Rohner China wo neben Anzeigen in Zeitschriften auch TV-Werbung in CNN China und Werbung auf der offiziellen Homepage der kommenden Olympiade in Peking vermarktet werden. Gerade Asien scheint auf Rohner eine gewisse Faszination auszuüben. Denn vom weltweiten Rekordwachstum der Werbeausgaben im letzten Jahr um 4.8 Prozent stamme der grösste Teil aus dieser Region.

Trotzdem möchte sich die PubliGroupe aber auch bei der Vermarktung von elektronischen Medien in den Nachbarländern engagieren. Gegenwärtig würden rund zehn solcher Optionen geprüft. Für Expansionspläne stehen Rohner in den nächsten Jahren immerhin bis zu 300 Millionen Franken zur Verfügung. Konkret meinte er dazu. "Falls ich in den nächsten Jahren nicht mindestens 100 Millionen sinnvoll investieren kann, müsste ich mir vom Verwaltungsrat Untätigkeit vorwerfen lassen.“

Alle diese Pläne beruhen auf einer Situationsanalyse der PubliGroupe über die Entwicklung der Mediennutzung. Sie hält fest, dass unter den Stichworten Digitalisierung und Konvergenz eine durch die Technologie getriebene Entwicklung stattfindet. Welche dieser Möglichkeiten effektiv eine Zukunft haben, entscheide aber letztlich der Konsument.

Und da zeige sich, dass einerseits verschiedene Medien einen festen Platz im Tagesablauf haben. Andererseits haben immer weniger Menschen einen ritualisierten Tagesablauf. Die Informationsbedürfnisse verändern sich deshalb immer häufiger von Tag zu Tag. Auch die zunehmende Mobilität übt einen erhöhten Einfluss auf die Bedürfnisse und Möglichkeiten der Mediennutzung aus.

Unter diesen Voraussetzungen kommt der vertrauenswürdigen Quelle eine zentrale Bedeutung zu. Die Art und Weise der Informationsverbreitung muss sich aber nach den konkreten Bedürfnissen richten. Während diese am einen Tag nach einer umfassenden und kompletten Zeitung verlangen, können es an einem andern Tag lediglich Kurzmitteilungen über die wichtigsten Ereignisse des Tages sein.