Im Sommer 2015 kam der frühere «Spiegel»-Chefredaktor Wolfgang Büchner als «Blick»-Geschäftsführer in die Schweiz. Nur knapp ein Jahr später war er wieder weg. Er kehre zurück nach Deutschland und werde ab Januar 2017 Chefredaktor bei der Mediengrupppe Madsack, hiess es. Zum Stellenantritt in diesen Tagen publiziert die Schweizer Ausgabe der «Zeit» in der Ausgabe vom Donnerstag (Artikel online nicht verfügbar) ein ausführliches Interview mit Büchner. Es ist das erste Mal, dass er öffentlich und im Detail über seinen Abgang spricht.
Er habe bei Ringier eine Aufgabe mit grosser Verantwortung übernommen, sagt Büchner rückblickend und fügt an: «Normalerweise sollte man so einen Job mindestens zwei, drei Jahre lang machen. Das wäre besser gewesen, da muss man nicht drum herumreden.» Für ihn sei dieses Angebot aus Hannover aber sehr verlockend gewesen. Auf die Frage, ob er sich nicht mit der Ringier-Spitze überworfen habe, antwortet er kurz mit nein. Im weiteren meinte Büchner: "Ringier braucht die Blick-Gruppe aus rein wirtschaftlichen Gründen nicht, aber ist doch toll, wenn der Verleger sagt: 'Ich will sie.'"
Für Büchner «passt es», dass es nun mit Christian Dorer einen publizistischen Leiter für die konvergente Redaktion der «Blick»-Gruppe gibt. Dorer sei offen für die digitale Welt, und nur darum gehe es. Man müsse für diesen Job kein Digital-Crack sein.
«Überrascht» über Harms Absetzung
Der frühere «Spiegel»-Chefredaktor äussert sich zudem zu der Absetzung von Florian Harms bei Spiegel Online. «Ich finde es sehr bedauerlich, und es hat mich überrascht, dass Florian Harms gehen musste», sagt Büchner. Er habe einen fantastischen Job gemacht. Zu seinem eigenen Abgang beim deutschen Medienhaus in Hamburg Ende 2015 heisst es von Büchners Seite allerdings gleich mehrmals: «no comment». (wid)