Bei der DRS-Ombudsstelle sind im vergangenen Jahr 150 Beanstandungen eingegangen, 20 weniger als 2004. Vier von fünf Reklamationen betrafen eine Fernsehsendung, die restlichen einen Radiobeitrag. Am häufigsten (42 Prozent) wurde geltend gemacht, eine Sendung sei "unsachgerecht oder politisch tendenziös", schreibt Ombudsmann Achille Casanova im Magazin "Link" des Publikumsrats und der Mitgliedgesellschaften der SRG idée suisse Deutschschweiz.
21 Prozent beklagten sich wegen "Diffamierung", 16 Prozent wegen "Verletzung religiöser Gefühle". Laut Casanova, der das Amt im August 2005 antrat, fällt auf, dass Sendungen oft auf Grund persönlicher Betroffenheit und nicht anhand journalistischer Kriterien beanstandet werden. Trotzdem beurteilte der Ombudsmann 43 Prozent der Beanstandungen als mehr oder weniger berechtigt. Die Zunahme gegenüber dem Vorjahr (35 Prozent) sei aber eher zufällig und könne nicht als Zeichen für die Verschlechterung der Programme angesehen werden.