Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat bei ihren Ermittlungen zu mutmasslichem Schwarzgeld der Berlusconi- Gruppe Mediaset elf neue Konten gefunden, zehn davon in der Schweiz. Bern hat nach eigener Untersuchung drei Millionen Franken gesperrt.
Die Bundesanwaltschaft bestätigte am Mittwoch die in verschiedenen italienischen Medien publizierten Informationen über die Existenz der Konten. Die Bedeutung der in der Schweiz deponierten Gelder war bislang nicht bekannt.
Gemäss der italienischen Tageszeitung La Repubblica nahmen die Mailänder Ermittler Kontakt zu ihren Kollegen in Bern auf, um die Personen aufzuspüren, welche die Bankkonten eröffnet hatten. Das elfte Konto soll sich nach den Zeitungsberichten im Fürstentum Liechtenstein befinden.
In einer Mitteilung, welche Mediaset am Dienstagabend veröffentlicht hatte, wurde jegliche Verbindung mit den verdächtigen Konten verneint.
Zwanzig Rechtshilfegesuche
Gegenüber der Nachrichtenagentur sda präzisierte der Mailänder Staatsanwalt Fabio De Pasquale, dass sich die lombardische Staatsanwaltschaft seit Mai 2002 mit rund zwanzig Rechtshilfegesuchen an die Bundesanwaltschaft gewandt hatte. Fast allen sei Folge geleistet worden, ergänzte er, einige mit dem Einverständnis der involvierten Parteien, andere nach Entscheiden des Bundesgerichtes.
Bei der Affäre Mediaset geht es um mutmassliche fiktive Käufe und Verkäufe von TV-Rechten in den Vereinigten Staaten, welche das private Medienunternehmen getätigt haben soll. Mediaset wird von Fininvest der Berlusconi-Familie kontrolliert. Gemäss De Pasquale konnten mit diesen Operationen wichtige Schwarzgeldkonten im Ausland geäuffnet werden. Der Staatsanwalt spricht von einer Summe von 170 Millionen Dollar zwischen 1988 und 1999.
Millionen blockiert
Im Rahmen dieser Affäre sperrte die Schweizer Justiz zwölf andere Konten, darunter fünf, die dem kalifornischen Filmprodizenten Farouk Agrama gehören. Gemäss dem Corriere della Sera befinden sich auf diesen fünf Konten 140 Millionen Franken.