TeleBärn wird am 1. März zehn Jahre alt. Seit dem Start konnte der Sender seine Zuschauerzahlen mehr als verdoppeln, er schreibt aber weiter rote Zahlen. Dank Anteilen an den TV-Gebühren hofft sich TeleBärn aus der Finanzmisere zu befreien. Mit einem Beitrag zum damaligen Stadtberner Taxikrieg ging das Berner Regionalfernsehen am 1. März 1995 auf Sendung. 1995 erreichte der Sender mit 20 Angestellten und einem Budget von 3,3 Millionen Franken eine Tagesreichweite von rund 100 000 Zuschauern.
Heute kommt TeleBärn in den Kantonen Bern, Solothurn und in Deutschfreiburg mit rund 50 Angestellten auf eine Tagesreichweite von rund 240 000 Zuschauern. Der Sender rangiert damit hinter TeleZüri an zweiter Stelle aller Schweizer Privaten.
Hoffen auf Gebührensplitting
Die Espace Media Groupe und ihre Tochter Berner Zeitung AG erwarteten als Hauptaktionäre eine finanzielle Durststrecke von rund vier Jahren. Diese Erwartungen mussten relativiert werden: 2004 betrug der Betriebsverlust noch immmer 300 000 Franken, bei einem Budget von 4,3 Millionen. In den ersten zehn Betriebsjahren häufte der Sender ein kumuliertes Defizit von 17 Millionen Franken an, wie Programmleiter Marc Friedli auf Anfrage sagte. Es bleibe eine Tatsache, dass professionelles Fernsehen in der Schweiz nicht allein aus dem Werbemarkt finanziert werden könne.
Eine Befreiung aus dieser "strukturellen Misere" erhofft sich TeleBärn vom Gebührensplitting, das in der laufenden Revision des Radio- und Fernsehgesetzes (RTVG) vorgesehen ist. Der Ständerat wird das RTVG in der laufenden Session als Zweitrat behandeln.
Schwerpunkt auf Soft-News
Für TeleBärn erwartet Friedli aus dem Gebührentopf künftig geschätzte zwei Millionen Franken pro Jahr. Damit soll das Defizit gedeckt, aber auch ins Programm und bessere Arbeitsbedingungen investiert werden. Eine Notwendigkeit zu mehr Hard-News und Hintergründigem im TeleBärn-Programm sieht Friedli auf Grund eines künftigen Service Public-Auftrags nicht. Bereits heute flössen 72 Prozent der Mittel in die Tagesaktualität. TeleBärn setze deshalb auch künftig "auf die bewährte Mischung aus Relevanz und Betroffenheit".