Aus Solidarität mit der regierungskritischen Zeitung «Cumhuriyet» haben dutzende deutsche Zeitungen einen Text der türkischen Kollegen veröffentlicht – Titel: «Wir ergeben uns nicht». Sie wollen damit ein Zeichen gegen die Unterdrückung der Meinungs- und Pressefreiheit setzen. Die Solidaritätsaktion geht zurück auf die Initiative der «Frankfurter Rundschau». Schweizer Zeitungen wurden nicht angefragt, wie eine kleine Umfrage von persoenlich.com ergab.
In ihrem Text beschreiben die türkischen Journalisten ihre Arbeit unter erschwerten Bedingungen, nachdem mehrere Redakteure festgenommen worden waren: «Wir Mitarbeiter versuchen, ruhig und gelassen zu bleiben. Es gilt eine Zeitung herauszubringen. Wir haben keine Alternative, als unserem Beruf nachzugehen.»
Der Gastbeitrag wurde am so genannten «Writers-in-Prison-Day» – dem Tag der inhaftierten Autoren – veröffentlicht. Jedes Jahr am 15. November macht die Schriftstellervereinigung PEN damit auf die Schicksale eingesperrter oder verfolgter Autoren aufmerksam, die sich für Meinungsfreiheit stark machen.
Die «Cumhuriyet» gilt als eine der letzten, grossen Zeitungen der Türkei, die noch regierungskritisch berichtet. Mehrere führende Mitarbeiter sitzen in Haft. Der Herausgeber der Zeitung, Akin Atalay, war erst am Freitag verhaftet worden (persoenlich.com berichtete). Die türkische Regierung wirft ihnen vor, Terroristen zu unterstützen. (cbe)