Der "Bote der Urschweiz", die grösste Tageszeitung im Kanton Schwyz, feiert dieses Jahr sein 150-jähriges Jubiläum. Die Zeitung wird in vierter Generation von der Familie Triner herausgegeben. Im Kanton Schwyz erscheinen acht Zeitungen, fünf davon als Tageszeitungen. Ein Blatt, das den ganzen Kanton repräsentiert, gibt es aber nicht. Die Zeitungsvielfalt zeigt, wie der Stand geografisch und politisch gegliedert ist.
Der "Bote der Urschweiz" ist - neben der zur "Neuen Luzerner Zeitung" gehörenden "Neuen Schwyzer Zeitung" und der "Rigi Post" - auf den Bezirk Schwyz ausgerichtet. Das "Höfner Volksblatt", der "March Anzeiger" und die der "Zürichsee Zeitung" angeschlossene "March Höfe Zeitung" decken die beiden Ausserschwyzer Bezirke ab.
Eine eigene Zeitung, wenn auch keine Tageszeitung, haben auch die Bezirke Einsiedeln ("Einsiedler Anzeiger") und Küssnacht ("Freier Schweizer"). Zusammen kommen diese acht Zeitungen auf eine Auflage von über 47 000 Exemplaren.
Älteste noch existierende Zeitung
Der "Bote der Urschweiz" ist mit einer Auflage von 15 000 Stück das grösste dieser Blätter. Als er 1858 gegründet wurde, gab es im Kanton Schwyz zwar bereits Zeitungen, der "Bote" ist aber das älteste noch existierende Blatt. Am 11. Dezember 1858 gaben die Brüder Dominik und Melchior Triner eine Probenummer der "Wochenzeitung der Urschweiz" heraus. Schon 1859 erschien die Zeitung zwei Mal wöchentlich und unter dem heutigen Namen "Bote der Urschweiz".
Politisch positionierte sich das neue Blatt gemässigt-fortschrittlich, wie Staatsarchivar Kaspar Michel in der Jubiläumsausgabe des "Boten" schreibt. In einem dort abgedruckten frühen Editorial pocht die Redaktion auf ihre Unabhängigkeit. Heute wird der "Bote der Urschweiz" in vierter Generation von Hugo Triner herausgegeben. Die Marketing-Idee der Gründerväter lebe weiter, schreibt er in der Jubiläumsausgabe, nämlich "nützlich sein zu wollen und sein zu können". (sda)