Zeitung wird huckepack genommen

"Rheinischer Merkur" - Katholisches Wochenblatt erscheint künftig als Beilage der "Zeit".

In einem Interview mit dem "Spiegel" hat "Zeit"-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo die künftige Zusammenarbeit mit der defizitären katholischen Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" konkretisiert. "Wir nehmen das Blatt huckepack. Wenn unser Rat gefragt ist, sind wir da", sagte di Lorenzo gegenüber dem Nachrichtenmagazin. Wichtig sei ihm besonders die Unabhängigkeit der "Merkur"-Redaktion. "Wir werden den Kollegen nichts aufzwingen." "Merkur"-Abonnenten werden zukünftig die "Zeit" mit einer eigenen Titelseite sowie einer sechsseitigen Beilage des " Merkur" im "Zeit"- Design gegen einen geringen Aufpreis von ein paar Euro im Jahr bekommen.

Das erst im Frühjahr dieses Jahres eingeführte "Zeit"-Ressort mit dem Titel "Glauben und Zweifeln" soll trotzdem erhalten bleiben. "Es gibt ein großes Interesse an geistlichen und geistigen Themen", sagte di Lorenzo.

Der einst als Kampfblatt der Kirche gegründeten katholischen Wochenzeitung "Rheinischer Merkur" wurde wegen mangelnder Linientreue und hohen Defiziten von den deutschen Bischöfen die Unterstützung gestrichen. Auf der letzten deutschen Bischofskonferenz wurde ein Beschluss über das Ende der kirchlichen Subventionierung gefällt.

Nun wird ein neues Modell erprobt: An die rund 12'900 verbliebenen Abonnenten soll dann von der "Zeit" künftig nur noch eine Art Beilage mit religiösen Themen angeboten werden. Mehr bleibt am Ende von der 1946 in Koblenz entstandenen Wochenzeitung (Erstauflage: 220'000) nicht übrig. (Quelle: "spiegel.de")