Die "Zeit" (Deutschland), "Libération" (Frankreich), "La Repubblica" (Italien), "Morgenbladet" (Norwegen), "Aftonbladet" (Schweden), "The Independent" (Grossbritannien), "Information" (Dänemark), "Gazeta Wyborcza" (Polen), "Népszabadság" (Ungarn), "El País" (Spanien), "Denník N" (Slowakei) und "Ekathimerini" (Zypern) haben die Politiker des Kontinents in einem Appell zu einem energischen Umsteuern in der Flüchtlingspolitik aufgerufen.
Angesichts der "humanitären Tragödie" dieser Tage tue Europa bisher viel zu wenig. Wegen der Differenzen beim Thema Flüchtlinge sei Europa sogar in eine schwere politische Krise geraten, hiess es in dem in Deutschland von der Wochenzeitung "Die Zeit" veröffentlichten Aufruf.
"Unsere politische Führung muss Mut und Weisheit an den Tag legen, damit sie an dieser Zerreissprobe für die europäische Zivilisation nicht scheitert", betonten die Redaktionen. Der für Montag geplante Gipfel der EU-Innenminister sei eine Gelegenheit zur Lösung der Krise, die genutzt werden müsse.
Neben der Konkret forderten die Medien die europäischen Politiker auf, "einfache, sichere und praktikable Methoden" für Flüchtlinge zu schaffen, damit diese ohne Lebensgefahr nach Europa gelangen und Asyl beantragen könnten.
Zudem riefen sie dazu auf, ein gemeinsames System zu schaffen und zu finanzieren, damit Flüchtlinge in den Ländern an den EU-Aussengrenzen "würdevoll und geregelt empfangen werden". Innerhalb Europas forderten sie ein gerechteres und ambitionierteres Verteilungsprogramm für Flüchtlinge.
Zusätzlich riefen die Redaktionen Europa dazu auf, auf globaler Ebene mehr Druck auf zentrale Akteure wie die USA, Russland, Saudi-Arabien, die Türkei und den Iran auszuüben, um den syrischen Bürgerkrieg zu beenden. (sda)