Ex-Radiodirektor Andreas Blum referierte in Luzern am Symposium der Stiftung Wahrheit in den Medien (SWM) über den Zustand der Schweizer Medien. Schlecht weg kam die SRG SSR idée suisse, allen voran das Schweizer Fernsehen. "Das Fernsehen erfüllt seinen Informationsauftrag vielerorts nicht mehr, stattdessen wird Unterhaltung auf tiefstem Niveau gezeigt", sagte Blum. Besonders problematisch sieht Blum, der von 1979 bis 1999 als Direktor von Radio DRS waltete, die Auswirkungen der Personalisierung der Politik: "Die Arena-Tauglichkeit ist für eine politische Laufbahn ebenso wichtig wie Unabhängigkeit, Kompetenz und gesunder Menschenverstand."
Blum bedauerte, dass die gedruckte Presse nicht in der Lage sei, diesen Trend zu durchbrechen. Er kritisierte das zunehmende Profitdenken der Verleger, welche durch den Abbau journalistischer Ressourcen die Qualität ihrer Erzeugnisse senkten. "Ethisch verantwortbarer Journalismus ist ein Luxusprodukt geworden. Statt kritischen Journalismus gibts ungefilterte Informationen aus den PR-Abteilungen." Zusammenfassend fordert Andreas Blum eine neue Medienordnung unter Einbezug des Internets, das er sowohl als Innovation als auch als Bedrohung sieht. "Die Machtstellung der SRG ist zu begrenzen", so Blum. "Dafür soll der Kreis der Gebührenempfänger auf qualitativ anspruchsvolle Tageszeitungen ausgedehnt werden."