Die schweizerische Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie hat 2001 nicht an das sehr gute Vorjahr anknüpfen können. Die Auslieferungen gingen zurück, während der Umsatz stagnierte. Altpapier wurde dagegen mehr gesammelt. Im Schlepptau der Gesamtwirtschaft hätten die Schweizer Produzenten im letzten Jahr einen Nachfrageeinbruch gespürt, teilten der Verband der Schweizerischen Zellstoff-, Papier- und Kartonindustrie (ZPK) und der Arbeitgeberverband Schweizerischer Papier-Industrieller (ASPI) am Freitag in ihrem Jahresbericht mit.
Der Einbruch der Nachfrage habe sich zur Jahresmitte in aller Schärfe abzuzeichnen begonnen und die Preise unter Druck gesetzt. Erstmals seit Jahren seien die Auslieferungen von Papier und Karton wieder zurückgegangen, hiess es weiter. Die Auslieferungen vom sehr hohen Vorjahresstand um 1.7 Prozent auf 1.75 Mio. Tonnen gesunken. Dabei war der Verlauf von Importen und Exporten unterschiedlich. Während die Ausfuhren um 1.7 Prozent auf 1.13 Mio. Tonnen stiegen, gingen die Einfuhren um 3.4 Prozent auf 1.07 Mio. Tonnen zurück. Auch der Verbrauch habe um 4.7 Prozent auf 1.68 Mio. Tonnen abgenommen. Damit sank der Pro-Kopf-Verbrauch in der Schweiz von 246 Kilogramm auf 232 Kilo. Davon wurden 161 Kilo pro Einwohner wieder als Altpapier gesammelt.
Mehr Altpapier gesammelt
"Erstaunlicherweise" sei mit insgesamt 1.17 Mio. Tonnen erneut mehr Altpapier gesammelt worden als im Vorjahr (1.15 Mio. Tonnen), obwohl wegen des gesunkenen Konsums und des Konjunktureinbruchs eigentlich ein Rückgang zu erwarten gewesen wäre, schreibt der Branchenverband. Der Sammelelan von Freiwilligen sei immer noch ungebrochen, sagte ZPK-Direktor Max Fritz auf Anfrage. Die Zunahme sei allerdings nicht mehr so hoch wie in früheren Jahren. Es zeichne sich eine Sättigungsgrenze ab. Im europäischen Vergleich befinde sich die Schweiz mit einer Sammelquote von 69.3 Prozent in der Spitzengruppe.
Leicht weniger verdient
Umsatzmässig trat die Branche am Ort. Die Umsätze stagnierten auf 2.2 Mrd. Franken, nachdem im Vorjahr noch 2.23 Mrd. Fr. umgesetzt worden waren. Die Erträge hätten nicht an das Rekordjahr 2000 anzuknüpfen vermocht und dürften leicht zurückgegangen sein, sagte Fritz. "Die Ertragslage war aber kein grösseres Problem." Allerdings seien allgemein gültige Aussagen schwierig, weil die Hälfte der Verbandsmitglieder Teile internationaler Konzerne seien. Die Zahl der Beschäftigten sei von 4717 auf 4590 gesunken. Diese bezogen allerdings mehr Salär. Die Lohnsumme der Branche ist gemäss Schätzungen von 370 Mio. auf 380 Mio. Franken gestiegen.