Bereits bei der Übernahme von Ziegler Druck durch Tamedia sei bekannt gewesen, dass die Situation der Druckerei äusserst schwierig sei, teilte Tamedia am Donnerstag mit. Tamedia habe in den letzten Monaten verschiedenste Szenarien durchgespielt, sagte Unternehmenssprecher Christoph Zimmer auf Anfrage der sda. Aber auch die Verlagerung von passenden Druckaufträgen von Tamedia-Zeitschriften konnte die Ertragslage nicht nachhaltig verbessern. So wurden Akzidenzdruck wird geschlossen Ziegler Druck hatte aber vor allem Drittkunden, darunter die "Weltwoche". Ende Jahr gingen dann noch einmal Aufträge verloren, der Kostendruck stieg weiter. Zudem hätte in naher Zukunft der Maschinenpark teilweise erneuert werden müssen. Tamedia sah gemäss Zimmer keine andere Möglichkeit mehr als die Schliessung. Tamedia plant, den Druck von Werbebeilagen und Broschüren, den so genannten Akzidenzdruck, per Ende 2015 einzustellen. Das Digitaldruckgeschäft wird an die Stämpfli AG mit Hauptsitz in Bern und Niederlassung in Zürich per 1. April 2015 verkauft. Alle neun Mitarbeitenden in diesem Bereich werden übernommen. Stämpfli will die beiden Digitaldruckereien in Bern und Winterthur im Laufe des zweiten Halbjahres 2015 an einem Standort im Grossraum Zürich vereinen, wie es in der Mitteilung vom Donnerstag heisst. Die Schellenberg Druck AG mit Sitz in Pfäffikon ZH übernimmt per 1. April 2015 den Bogenoffsetdruck mit den vier Mitarbeitenden in diesem Bereich. Sozialplan letztes Jahr ausgearbeitet Die Einstellung von Ziegler Druck betrifft voraussichtlich 106 Mitarbeitende, wie es weiter heisst. Davon wird 15 Angestellten eine Frühpensionierung angeboten. 13 weitere Personen können bei Stämpfli und Schellenberg weiterarbeiten. Die fünf Lernenden werden ihre Ausbildung entweder bei Tamedia oder bei einem Partner beenden können. Für insgesamt 73 Mitarbeitende wird nach einer geeigneten Anschlusslösung gesucht. Hierfür werde gemeinsam mit einem Stellenvermittler ein Jobcenter aufgebaut. Für die betroffenen Mitarbeitenden wurde gemeinsam mit den Sozialpartnern bereits im vergangenen Jahr ein Sozialplan ausgearbeitet. Dieser sieht neben dem Jobcenter Beiträge an Umschulungen, Ausgleichszahlungen, einen Härtefallfonds sowie Geld für Frühpensionierungen vor. Der Schliessungsentscheid des Rollen-Akzidenzdrucks steht unter Vorbehalt der gesetzlichen Mitwirkungsrechte der Mitarbeitenden. Dies ist gesetzlich so vorgegeben, wie Tamedia-Sprecher Zimmer sagte. Die Mitwirkung dauert bis Ende März, erst dann wird klar sein, wie viele Kündigungen definitiv ausgesprochen werden müssen Gegen 200 Druckereiangestellte ohne Stelle Die Gewerkschaft Syndicom ist vom Tamedia-Entscheid nicht überrascht, wie es in einer Mitteilung vom Donnerstag heisst. Die Akzidenzdruckerei in Winterthur sei offensichtlich ein "notwendiges Übel" gewesen, das von Tamedia bei der Übernahme des "Landboten" in Kauf genommen worden sei.
Bild: Tamedia
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