Seit 2004 existiert in der Weltwoche die Medienkolumne von Kurt W. Zimmermann. Der frühere Chefredaktor der SonntagsZeitung, Herausgeber von Facts und ehemaliges Tamedia-Kadermitglied beurteilt dabei auf pointierte und kritische Weise das schweizerische und auch internationale Mediengeschehen. Soeben schaffte er es damit im aktuellen Ranking des Fachmagazin Schweizer Journalist:in in die Topten der Schweizer Kolumnisten.
Während einiger Jahre war er selber Chefredaktor des Fachmagazins. Früher arbeitete Zimmermann zudem für die Tat und die Schweizer Illustrierte und war Verleger eines Südtiroler Nachrichtenmagazins.
Redaktionen nicht totgespart
In seiner Jubiläumskolumne gibt sich der 72-jährige Solothurner ungewohnt selbstkritisch und listet unter dem Titel «Sorry, es hat sich wenig verändert» zehn Irrtümer auf, die in den vergangenen 20 Jahren entgegen allen Prognosen doch nicht eingetreten seien.
So bezweifelt Zimmermann, dass es der Medienbranche schlechter gehe als vor zwanzig Jahren. Sein Fazit lautet, es gehe ihr im Gegenteil sogar besser. So verdienten laut Zimmermann die vier grossen Medienhäuser TX Group, Ringier, NZZ-Gruppe und die SRG 2,22 Milliarden Franken, im vergangenen Rechnungsjahr seien es 2,61 Milliarden Franken gewesen.
Zimmermann weist im Weiteren nach, dass die Redaktionen entgegen der landläufigen Meinung nicht totgespart würden, sondern aufgrund der wachsenden Bedeutung des Internets gewachsen seien. So habe der Tages-Anzeiger 290 angestellte Journalisten, 80 Köpfe mehr als 2004. Bei der NZZ verhalte es sich ähnlich, dort seien 240 Journalisten angestellt, vor zwanzig Jahren seien es lediglich 160 gewesen. (ma)