Zattoo mischt das Fernseh-Geschäft auf: Die Zürcher Firma bringt 25 der gängigsten Sender via Internet-TV gratis in die Fernsehstuben. Benötigt werden für dieses Angebot ein Computer und ein Breitbandanschluss, berichtet Cashdaily. Die Ziele, die sich das Unternehmen mit diesem Projekt gesetzt hat, sind hoch: Bis 2009 sollen in Europa und den USA sieben Millionen Menschen am Computer fernsehen. In der Schweiz schätzt Zattoo-CEO Beat Knecht das Potenzial auf bis zu 250'000 Kunden.
Weil Fernsehen mit Zattoo gratis ist, wird die Firma gemäss Cashdaily vor allem über Werbung finanziert. Diese erscheint im Bild, wenn der User den Kanal wechselt. "In Zukunft wird es auch möglich sein, personalisierte Werbung im normalen Programm auszustrahlen", sagt Knecht gegenüber Cashdaily. Die Sendekosten seien tief, da die Firma die einzelnen Programme für wenig Geld einkaufe. Ziel sei es, noch weitere Verträge mit TV-Stationen abzuschliessen, um das Angebot im Laufe der Jahre auf 60 Sender zu erweitern.
Bei Zattoo handelt es sich um ein Team von fünf Jungunternehmern, unter ihnen drei Schweizer. Die Technik fürs Gratis-TV haben sie beim gemeinsamen Studium an der Universität Michigan erfunden. Die Konkurrenten Cablecom und Bluewin TV reagieren vorerst gelassen auf das Gratis-Angebot von Zattoo. "Unser Bluewin-TV ist technisch besser", sagt Sprecher Carsten Rötz gegenüber Cashdaily. Und Ariuscha Davatz von Cablecom beschwichtigt: "Für die Jungen ist Internet-TV in Zukunft eine Ergänzung zum traditionellen TV".