Tamedia, Ringier und die Neue Zürcher Zeitung steigen aus der Apple-Welt aus. Als einheitliches Betriebssystem wählen die drei Verlagshäuser nach einem gemeinsam durchgeführten Evaluationsprojekt Windows. Die Umsetzung soll bei Tamedia bis Ende 2007 erfolgen, wie einer internen, von Tamedia-CEO Martin Kall und dem Leiter Finanzen, Christoph Tonini, gezeichneten Meldung vom 10. Dezember zu entnehmen ist. Betroffen seien 372 von 1672 Arbeitsstationen in Tamedia und Tochtergesellschaften.
Begründet wird der Schritt bei der Tamedia mit Kostenvorteilen. Eine halbe Million Franken lasse sich auf diese Weise jährlich in Einkauf und Support einsparen. Zudem biete Windows auch Zugang zu einem grösseren Applikationsportfolio.
Über die Gründe des Ausstiegs hat sich in der Fachzeitschrift Publisher auch der IT-Verantwortliche von Ringier, Samuel Hügli, vernehmen lassen. Man schliesse sich mit einer "exotischen Plattform" mit weltweit kaum mehr als 2 Prozent Marktanteil (gemeint ist Apple) von den Industriestandards aus und werde immer mehr von Inkompatibilitäten behindert, so summarisch sein Urteill.
Der bekennende Mac-Fan Hügli verweist dabei auf Apples proprietären Web-Browser oder SAP-Anwendungen. Der Leiter des Bereichs Informatik & Technik ist für Ringier nach "nüchternen strategischen Überlegungen im Hinblick auf Effizienzsteigerung, Kompatibilität, Anwendernutzen und Kostenoptimierung" daher zum Schluss gekommen, dass Apple nicht Lösungen für sämtliche Unternehmensbereiche anbieten könne. Deshalb geht die angestrebte Vereinheitlichung der Plattformen in Richtung Windows, Zieltermin ist auch an der Dufourstrasse Ende 2007.
Mit keinem Wort erwähnt wird allerdings, dass der Ausstieg von Ringier nach einer -- gemäss Tamedia-Mitteilung monatelang dauernden -- gemeinsamen Evaluation mit den andern erwähnten Verlagen stattfindet. Im Gegenteil: In einem als eine Art Gegendarstellung verfassten Interview meint Roger Brustio, Geschäftsleiter von Apple Schweiz: Wir haben intensive Kontakte zu den Schweizer Verlagen und treffen fast überall auf konkrete Pläne auf OS X (das neue Apple-Betriebssystem, d. Verf.) zu migrieren.