Der Zürcher Presseverein hat den Vertrag mit den vom ZPV beauftragten, professionellen Ballorganisatoren fristlos aufgelöst und verzichtet auf die Durchführung des Zürcher Presseballes 2004. Dies teilte der Verein am Montag in einem Aussand mit. Der ZPV-Vorstand sehe sich zu diesem Schritt gezwungen, da es "den Ballorganisatoren nicht gelungen" sei, "für den Presseball 2004 rechtzeitig eine tragfähige finanzielle Basis zu schaffen und die vereinbarten Termine einzuhalten".
Der Zürcher Presseverein ist über diese Entwicklung "äusserst enttäuscht, zumal sich der Anlass während Jahrzehnten als einer der Höhepunkte der Zürcher Ballsaison etabliert" habe. Der Erlös floss jeweils in den Zürcher Journalistenpreis sowie in den Hilfsfonds für bedürftige Journalistinnen und Journalisten.
Nachdem die langjährige Ballorganisatorin Lilian Fetscherin im vergangenen Jahr ihren letzten Zürcher Presseball durchgeführt hatte, sollte sich der Presseball 2004 in einem neuen Kleid an einem neuen Ort präsentieren. Zu diesem Zweck beauftragte der Zürcher Presseverein ein auf solche Anlässe spezialisiertes Team mit der Finanzierung und Durchführung. Der Zürcher Presseverein habe jedoch "zur Kenntnis nehmen müssen, dass dieses unter anderem nicht in der Lage gewesen sei, die Finanzierung des Zürcher Presseballes zu sichern".
Für den ZPV sei es unter diesen Umständen "nicht verantwortbar, den für den 30. Oktober geplanten Wohltätigkeitsanlass durchführen zu lassen". Der Zürcher Presseverein bedauere die Absage des Presseballes ausserordentlich. Er sei jedoch überzeugt, dass die erfolgreiche Zürcher Presseball-Tradition 2005 fortgesetzt werden könne.
Zumindest in diesem letzten Punkt stimmt Christian J. Jenny von der Zürcher Event-Agentur Swiss Premium Entertainment SPE mit dem ZPV überein: Der Anlass solle weiter leben, meint er auf Anfrage von "persoenlich.com". Es seien allerdings bei der Umpositionierung des Presseballs, wie er ursprünglich vom Presseverein gewünscht und nota bene auch dringend nötig sei, nun mal Investitionen erforderlich.
"Wenn man etwas neu lancieren will, muss man eben Geld in die Hand nehmen und auch daran glauben, dass es funktioniert", so Jenny. "Wir bringen einiges an Veranstaltungs-Knowhow mit. Es ist doch normal, dass am Anfang investiert werden muss, bevor man in den Folgejahren die Gewinnschwell erreicht."
Er und seine Mitorganisatoren, die für den Presseball 2004 schon über 30'000 Franken an Vorleistungen erbracht hätten, hätten sich denn auch bereit erklärt, fünfzig Prozent der auf insgesamt 50'000 bis 70'000 Franken geschätzten Aufbauinvestitionen selber zu übernehmen, erklärt Jenny weiter. Doch darauf habe der ZPV nicht einsteigen wollen und den Vertrag "mit einer etwa vier Zeilen umfassenden E-Mail" (Jenny) gekündigt.