Zürichsee-Zeitungen entscheiden sich für die NZZ

- Publigroupe kann Aktienkapital an NZZ-Gruppe übertragen.

In den vergangenen Wochen befassten sich der Verwaltungsrat und die Mehrheitsaktionäre der Zürichsee Medien AG in Stäfa eingehend mit der Zukunft ihrer Unternehmung. Nach intensiven Abklärungen und Gesprächen haben sie sich für die Fortsetzung des bisherigen Weges entschieden. Die Selbständigkeit soll gewahrt bleiben, gleichzeitig die bewährte Partnerschaft mit den Zürcher Landzeitungen fortgesetzt und vertieft werden. Sie umfasst eine erfolgreiche Kooperation im Zeitungsdruck mit der DZO Druck Oetwil am See AG, die Anzeigen-Kombinationen „ZüriLand“ (Zürichsee-Zeitung, Zürcher Oberländer, Zürcher Unterländer) und „Nordostschweiz“ (ZüriLand-Zeitungen, Landbote, Schaffhauser Nachrichten, Thurgauer Zeitung) sowie eine stets enger werdende redaktionelle Zusammenarbeit.

Die Zürichsee Medien AG übernimmt auf Anfang des Jahres 2005 von der Lausanner PubliGroupe 5 Prozent der Aktien der Zürichsee Presse AG, der Verlagsgesellschaft der Zürichsee-Zeitungen. Sie baut damit ihre Mehrheit aus. An den Beteiligungsverhältnissen bei der Muttergesellschaft Zürichsee Medien AG ändert sich nichts: 85 Prozent von Kapital und Stimmen bleiben im Besitz der Familie Gut, die restlichen 15 Prozent liegen bei befreundeten Personen.

Gleichzeitig beschloss der Verwaltungsrat der Zürichsee Medien AG, auf das über die 5 Prozent hinaus gehende Vorkaufsrecht an Aktien der Zürichsee Presse AG zu verzichten. Somit kann die PubliGroupe 20 Prozent des Aktienkapitals der Zürichsee Presse AG an die NZZ-Gruppe übertragen gemäss den in der Pressemitteilung von NZZ und PubliGroupe vom 6. Juli 2004 angekündigten Absichten.

Nach diesen Transaktionen, die voraussichtlich bis spätestens Ende Januar 2005 vollzogen sein werden, werden 60 Prozent von Kapital und Stimmen der Zürichsee Presse AG bei der Zürichsee Medien AG, 20 Prozent bei der NZZ-Tochter Freie Presse Holding und 20 Prozent bei PubliGroupe liegen. Die Zürichsee Medien AG ist, im Einklang mit NZZ und PubliGroupe, überzeugt, mit diesem Schritt ein klares Bekenntnis für eine starke und unabhängige Zürcher Land- und Regionalpresse abzugeben.

Theodor Gut, Verwaltungsratspräsident der Zürichsee-Zeitungen, ist froh, dass endlich eine Lösung gefunden wurde. "Es war nicht eine Entscheidung gegen die Tamedia, sondern viel mehr für uns.“ Die Übernahme der PubliGroupe-Aktien gewährleiste den Zürichsee-Zeitungen eine "sinnvolle“ Unabhängigkeit, die ein Überleben in den kommenden sechs bis acht Jahren möglich mache.

Deshalb habe man sich auch so lange mit dem Beschluss Zeit gelassen: "Wir mussten abklären, ob und wie lange wir den Kampf gegen den Tages-Anzeiger am linken Seeufer ehrenvoll überstehen können“, sagte Gut. Der Ablauf der Gespräche mit der Tamedia sei ausgesprochen fair und korrekt abgelaufen. "Die Art und Weise wie Herrn Coninx auf uns zukam, war sehr eindrücklich“ so Gut.

Der Tagesanzeiger will nun an seinem Plan, ab März kommenden Jahres einen regionalen Teil fürs linke Zürichseeufer herauszugeben, festhalten. Franziska Hügli, Kommunikationsleterin der Tamedia sagte gegenüber "persoenlich.com", für die Tamedia ändere sich durch die Entscheidung der Zürichsee-Zeitung für die NZZ nichts.