Das Zürcher Alternativradio Lora wurde im Mai 2024 beschuldigt, linksextreme Inhalte zu verbreiten und zu illegalen Aktionen aufzurufen. Die NZZ berichtete damals darüber. Nach einer internen Untersuchung durch die Sendekommission räumt der Sender nun einige Fehler ein, weist aber andere Vorwürfe zurück.
Konkret wurde die Musikauswahl kritisiert, wobei ein Lied der Band Ska-P wegen antisemitischer Äusserungen aus dem Programm entfernt wurde. Die Texte der Band K.I.Z. verteidigte Lora hingegen als satirisch. Dies geht aus einem internen Untersuchungsbericht vor, aus dem der Tages-Anzeiger in der Ausgabe vom Freitag zitierte. Der Bericht wurde für das Bundesamt für Kommunikation (Bakom) verfasst (persoenlich.com berichtete).
Problematisch war auch die Berichterstattung über Demonstrationen. Bei der 1.-Mai-Demo 2024 könnten Aussagen als Aufruf zu einer nicht bewilligten Nachdemonstration verstanden worden sein. Den Vorwurf, als «taktisches Führungsorgan» fungiert zu haben, weist der Sender jedoch zurück.
Kritisiert wurde zudem die unkritische Wiedergabe eines anonymen Statements nach Ausschreitungen bei der Berner Reithalle, das der Polizei Rassismus vorwarf. Die Sendekommission räumt ein, dass das Statement hätte kommentiert werden müssen.
Das Bakom hat den Untersuchungsbericht erhalten und wird die Umsetzung der angekündigten Verbesserungsmassnahmen begleiten, heisst es im Tagi weiter. Für inhaltliche Beschwerden sei jedoch die Unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen (UBI) zuständig. Ein Konzessionsentzug wäre nur als letztes Mittel möglich. (cbe)