Zuviel Konkurrenz unter den Medien schadet

Moritz Leuenberger - Der Bundesrat verteidigt das neue Radio- und Fernsehgesetz.

Laut Bundesrat Moritz Leuenberger schadet Konkurrenz unter den Medien der Qualität. Sie führe oft zu einem tieferen Niveau, sagt der Medienminister in einem Interview im "Bieler Tagblatt" vom Samstag.

Die Einschätzung, dass der Privatsender "Tele 24" das Geschäft belebt habe, teile er nicht, sagt Leuenberger. "Ich bestreite ohnehin, dass Konkurrenz die Qualität der Medien steigert. Im Gegenteil: Im Gerangel um die Einschaltquoten nähern sich Fernsehanstalten oft einem tieferen Niveau."

"Natürlich, als in Bern eine Gasleitung explodierte, sah man auf 'Tele 24' das zerstörte Haus während des ganzen Tages", fährt Leuenberger fort. Ob das aus medienpolitischer Sicht allerdings ein wichtiger Beitrag gewesen sei, darüber lasse sich streiten.

Leuenberger verteidigt im Interview das neue Radio- und Fernsehgesetz. Für den Bundesrat sei bei der Gesetzesvorlage der nationale Zusammenhalt im Vordergrund gestanden. Die Schweiz brauche eine starke SRG. Zu deren Programminhalten will sich der Medienminister nicht äussern. Er würde damit sein Amt missbrauchen, erklärt er.