Das Londoner Medienforschungsinstitut Screen Digest prognostiziert in seiner neuesten Studie ein Wachstum des westeuropäischen Pay-TV-Marktes innerhalb der nächsten drei Jahre um 23 Prozent. Während der Umsatz von fast 20 Milliarden Euro in 2003 auf ca. 24 Milliarden Euro im Jahre 2006 zunimmt, steigt die Anzahl der Abonnenten nur um etwa 10 Prozent -- von 76.4 Millionen in 2003 auf 84 Millionen in 2006.
Aufgrund des vergleichsweise geringen Wachstums der Abonnentenzahl müssen sich Pay-TV-Anbieter verstärkt darauf konzentrieren, die Umsätze aus bestehenden Abonnements zu erhöhen. Dies wird nicht leicht sein. Ende 2003 betrug in Westeuropa der monatliche Durchschnitts-Umsatz pro Abonnent (ARPU -- average revenue per user) 21.70 Euro. Bis zum Ende des Jahres 2006 erwartet Screen Digest lediglich eine leichte Steigerung auf 24.90 Euro.
Diese Zahlen machen deutlich, wie schwer es Pay-TV-Anbieter in Kontinentaleuropa haben, ihre Abonnenten von teureren Premium Packages zu überzeugen. Der Grund liegt in der Vielzahl von Free-TV-Sendern, die in vielen Ländern -- vor allem in Deutschland sowie in den Benelux-Staaten -- den TV-Markt beherrschen.
Kräfteverhältnis im Pay-TV verschiebt sich zugunsten von Satellit
Die Konsolidierung des westeuropäischen Pay-TV-Marktes hat das Kräfteverhältnis zwischen Kabel und Satellit weiter zugunsten von Pay-TV über Satellit verschoben. Im Jahr 2006 wird laut Screen Digest das über DTH (direct-to-home-satellite) generierte Umsatz-Volumen mit 11.4 Mrd. Euro fast gleichauf mit den über Kabel generierten Pay-TV-Erlösen von 12.1 Mrd. Euro liegen. Gleichwohl ist die Zahl der Pay-TV-Abonnenten mit Kabelanschluss mehr als doppelt so hoch wie die der Nutzer von Pay-TV via Satellit. Bis heute sind alle Versuche von Kabel-Anbietern fehlgeschlagen, das Satelliten-basierte Premium TV- Businessmodel zu kopieren.
Pay-Per-View wird erwachsen
Screen Digest prognostiziert bis 2006 für den europäischen Pay-per-View-Markt ein sehr viel schnelleres Umsatz-Wachstum als für den traditionellen Premium TV-Bereich. Ende 2003 betrug der gesamteuropäische PPV-Umsatz (Spielfilme und Sport) 713 Mio. Euro, was 3.6 Prozent des Gesamtumsatzes von Pay-TV entspricht. Für 2006 erwartet Screen Digest ein PPV-Umsatzvolumen von 1.48 Mrd. Euro und damit eine Steigerung auf 5.7% des gesamten Pay-TV Umsatzes. Dieser Trend wird in einigen europäischen Märkten deutlich stärker hervortreten als in anderen -- für Spanien rechnet Screen Digest beispielsweise mit einem 13-prozentigen Umsatzanteil von PPV im Jahr 2006.