Zwei Journalisten erschossen

Guatemala - Sie berichteten über korrupte Machenschaften.

Unbekannte haben im mittelamerikanischen Guatemala von einem Motorrad aus zwei Journalisten erschossen. Wie die Journalistengewerkschaft und Rettungskräfte am Mittwoch mitteilten, wurde bei dem Angriff am Vortag in der Stadt Mazatenango rund 170 Kilometer südlich von Guatemala-Stadt ein dritter Medienvertreter verletzt.

Bei den Todesopfern handelte es sich demnach um Danilo López von der Zeitschrift "Prensa Libre" und Federico Salazar vom Radiosender "Nuevo Mundo", bei dem Verletzten nach Angaben örtlicher Medien um Marvin Tunches.
 
Miguel Ángel Méndez, Verlagsleiter von "Prensa Libre", gab an, López habe immer wieder Drohungen seitens der örtlichen Behörden erhalten, weil er regelmässig über korrupte Machenschaften in seiner Region berichtet habe. Es gebe diesbezüglich in Guatemala mit seinen rund 15 Millionen Einwohnern eine "merkliche Unsicherheit", kritisierte er im Sender "Radio Sonora". "Nuevo-Mundo"-Chef Marvin Robledo zeigte sich "bestürzt".
 
Im Januar hatte die Journalistengewerkschaft Guatemalas vor steigenden Berufsrisiken im Vorfeld der diesjährigen Parlamentswahl gewarnt. Sie prangerte sowohl die juristische Verfolgung von Journalisten als auch Gewaltanwendung gegen Medienschaffende an.
 
Nach offiziellen Angaben waren in Guatemala im vergangenen Jahr 74 Journalisten angegriffen worden. Binnen zehn Jahren wurden demnach 26 Medienvertreter getötet, 13 von ihnen allein im Jahr 2013. Das Land weist eine der weltweit höchsten Mordraten auf - im Durchschnitt 16 pro Tag. (sda)