Der Krach zwischen Talkmaster und Buchautor Roger Schawinski und Wetter-Moderator Jörg Kachelmann hat ein vorläufiges Ende gefunden. Wie der «Sonntagsblick» in seiner aktuellen Ausgabe berichtet, muss Schawinski aufgrund einer Klage Kachelmanns wegen Persönlichkeitsverletzung beim Landesgericht Köln in seinem Buch «Ich bin der Allergrösste. Warum Narzissten scheitern» zwei Stellen schwärzen, neun hingegen können bleiben.
Wie der Sobli schreibt, beziehe sich dieses Urteil nur auf den deutschen Markt. Schawinskis Verlag muss deswegen Bücher, die bereits an deutsche Händler geliefert worden waren, zurückrufen, um sie nachträglich zu schwärzen.
Das sei «eine krachende Niederlage für Kachelmann», wird Schawinski im Ringier-Blatt zitiert. Das sei zunächst «ein schönes Ergebnis», so Kläger Kachelmann. Gleichzeitig kündet er an, das Urteil an eine weitere Instanz zu ziehen. Herr Schawinski müsse lernen, dass er «keine Lizenz zum Lügen» habe, so Kachelmann. Zufrieden über das Urteil sei er nicht.
«Hybris im privaten Raum»
Schawinski hatte in seinem Bestseller seinem ehemaligen Mitarbeiter Jörg Kachelmann ein ganzes Kapitel gewidmet. Unter dem Titel «Hybris im privaten Raum» beschrieb Schawinski nochmals Kachelmanns Aufstieg zum bekanntesten Wetter-Moderator Deutschlands sowie dessen anschliessenden Fall.
In den elf Punkten, die Kachelmann vor Gericht beanstandete, ging es mehrheitlich um dessen Privatleben. Die meisten Informationen dazu stammen aus öffentlich zugänglichen Presseberichten. Trotzdem muss Schawinski eine Stelle aus Kachelmanns Intimleben schwärzen, die vor Gericht und auch nachträglich in den Medien, prominent behandelt worden war.
Schawinski empfindet es als «stossend», dass die Argumentation Kachlemanns von einem deutschen Gericht gestützt würde, nachdem er diesen Punkt - es ging um die Vaterschaft seiner Kinder - bereits beim Prozess in Mannheim vor sechs Jahren öffentlich gemacht habe, um «Sympathien und Mitleid» zu holen. Fortsetzung folgt. (ma)