Was am traditionellen Ringier-Herbst-Mediengespräch im letzten November bereits angedeutet worden war, wurde an der Jahres-Medienorientierung vom Mittwoch bestätigt: Der Ringier-Verlag sieht sich im Vergleich zu den meisten anderen Schweizer Medienhäusern in guter Verfassung und vermeldet das gemäss Verlagspräsident Michael Ringier "zweitbeste Ergebnis in der Geschichte des Verlags".
Ringier konnte seinen Gewinn im Jahr 2003 auf 43.2 Mio. Franken steigern. Gegenüber dem Vorjahresgewinn von 39.2 Mio. Franken, welcher auch aus ausserordentlichen Erlösen aus dem Verkauf der Beteiligung an der Neuen Luzerner Zeitung resultierte, wurde das Ergebnis 2003 jedoch rein operativ erarbeitet, wie Martin Werfeli, Vorsitzender der Konzernleitung, betonte. Die Gewinnmarge liegt mit 4.3 Prozent über dem Vorjahreswert von 3.8 Prozent. Die selbst erarbeiteten Mittel bewirkten mit 120.9 Mio. Franken eine Cashflow-Rendite von 12 Prozent.
Der Umsatz hat sich im Geschäftsjahr 2003 um 2.1 Prozent auf 1.011 Mia. Franken reduziert (Vorjahr 1.033 Mia. Franken) und liegt trotz Wachstum in Mittel- und Osteuropa um 22.2 Mio. Franken hinter dem Vorjahr. Unter Eliminierung der ausserordentlichen Positionen und währungsbedingter Einflüsse konnte 2003 jedoch ein Umsatzplus von 2.5 Prozent realisiert werden.
Ein immer wichtigerer Faktor für die Stabilität des Verlages sei das Geschäft in Ost- und Zentraleuropa, bestätigte Verleger Michael Ringier einmal mehr. Gemäss Martin Werfeli verdient Ringier aber noch immer "am meisten Geld in der Schweiz". Die Schweizer Verlags- und Printaktivitäten schlugen denn auch mit 73.2 Prozent des Umsatzes bzw. 739.8 Mio. Franken zu Buche, gefolgt von Mittel- und Osteuropa mit 22.5 Prozent bzw. 227.3 Mio. Franken.
Die Aufwendungen von total 890.2 Mio. Franken wurden um insgesamt 19 Mio. Franken oder 2.1 Prozent reduziert. Während in der Schweiz -- als Folge sinkender Rohstoffpreise, geringerem Volumen der Zeitschriften und Zeitungen, tieferem Kundendruckvolumen und vor allem der im abgelaufenen Geschäftsjahr voll wirksamen Sparmassnahmen -- die Aufwendungen um über 8 Prozent gesenkt werden konnten, stiegen diese bei den ausländischen Aktivitäten wachstums- und akquisitionsbedingt deutlich an.
Die Investitionen lagen mit 220.2 Mio. Franken massiv über dem Vorjahreswert von 78.5 Mio. Franken. Grösste Einzelinvestition war die Übernahme der Tageszeitungs-Aktivitäten des deutschen Verlagshauses Gruner + Jahr in der Slowakei, Rumänien und Serbien. Über die Hälfte der Investitionen konnten eigenfinanziert werden. Investitionen in neue Produkte oder Märkte wurden nicht aktiviert, sondern wie in den Vorjahren direkt der Erfolgsrechnung belastet.
Drei Hauptgründe für gutes Ergebnis genannt
Gemäss Michael Ringier sind es drei Gründe, warum das Jahresergebnis trotz allgemein schlechter wirtschaftlicher Lage so gut ausgefallen ist: Zum einen gehe es Ringier in schlechten Zeiten immer etwas weniger schlecht als den anderen Medienhäusern, handkehrum gehe es in guten Zeiten auch immer etwas weniger gut. Der Verleger: "Ersteres ist gut, am zweiten arbeiten wir noch". Zweitens habe der Ringier-Verlag 2003 generell sehr stark die Kosten gesenkt, und drittens zahle sich heute die Offensive in Richtung Zentral- und Osteuropa aus, die vor rund 15 Jahren eingeläutet worden war.
Jahresergebnis 2003 im Überblick