Herr Grenacher, Können Sie das neue SonntagsBlick-Magazins Sie+Er für uns in kurzen Worten beschreiben?
Der Titel Sie+Er ist Programm: Wir wollen das Zusammenleben der Menschen in all seinen Facetten spiegeln. Es geht ums Leben, darüber berichten wir mit ungekünsteltem Journalismus in grossen Reportagen, mit grosszügigen Porträts, in einer starken Bildsprache. Es geht um die schönen Seiten im Leben und die weniger tollen, es geht um Schicksale und Erfolge, um Verlierer und Gewinner, um Luxus und Genuss.
Wie wird das Magazin optisch in den Sonntagsblick integriert?
Sie+Er ist ein eigenständiges Magazin mit einem eigenständigen Titel.
Man hört den Vorwurf, es sei eine Kopie des Stern?
Korrekt ist, dass einige Mitarbeiter des Magazins früher beim Stern gearbeitet haben. Doch Sie werden sehen, dass zwischen dem Produkt, das wir konzipiert haben, und dem Stern Welten liegen.
Sie sprechen von langen Reportagen und aufwändigen Bilderstrecken im Magazin, zugleich ist der SonntagsBlick ein Boulevard-Magazin. Weiss da der Leser überhaupt noch was er in der Hand hält?
Ja, ich denke schon. Wir bieten dem Leser zum einen eine Zeitschrift und zum anderen eine Zeitung. Im aktuellen Teil und im Sport-Bund werden wir weiterhin mit der klassischen Inszenierungsmitteln des Boulevard arbeiten.
Kann man den Leser denn mit diesem Konzept abholen? Will er neben Boulevard-Geschichten am Sonntag auch tiefschürfende Reportagen lesen?
Vielleicht liest er die Reportagen am Sonntag, vielleicht auch in den folgenden Tagen.
Sie glauben also tatsächlich, dass Sie+Er eine ähnliche Halbwertszeit aufweisen wird wie etwa die Weltwoche oder Facts?
Das wäre ein schöner Effekt, ja.
Die Produktion von Sie+Er ist sehr teuer. Wann wird der Preis des SonntagsBlicks angehoben?
Über Zahlen spreche ich generell nicht. Das ist auch nicht meine Aufgabe. Mein Geschäft ist das Inhaltliche und nicht das Kommerzielle.
Dann ist eine Preiserhöhung geplant...
Nein, das kann ich hier nicht bestätigen.
Auch bei der SonnntagsZeitung steht ein Relaunch bevor. Ist der Konkurrenzkampf in der Sonntagspresse härter geworden?
Der Markt ist für alle drei Bewerber gleich hart. Alle geben sich Mühe und versuchen das Beste. Wir setzen jetzt einen neuen Masstab.
In den vergangenen Wochen kam es beim SonntagsBlick zu einer ganzen Reihe von Entlassungen. Herrscht Unruhe in Ihrer Redaktion?
Nein, im Gegenteil: Es herrscht eine positive, zuversichtliche Grundstimmung. Sehen Sie, da kommt gleich ein pfeifender Mitarbeiter vorbei... (lacht). Ausserdem: Das Wort Entlassungen trifft nicht das, was hier bei uns passiert.
In welchem Zusammenhang stehen dann die vielen Personalwechsel in Ihrer Redaktion?
Die Fluktuationsrate ist nicht übermassen hoch. Ich bin noch nicht lange Chefredaktor beim SonntagsBlick. Da ist es doch nicht unüblich, dass ich in dieser Phase versuche, mit derjenigen Mannschaft zusammenzuarbeiten, an die ich glaube.
Themenwechsel: SonntagsBlick wird Partner der Sat.1-Sendung "People". Konkurrenzieren Sie damit nicht indirekt die Schweizer Illustrierte, die Partnerin von "glanz & gloria" ist?
Nein, keineswegs. Wir glauben vielmehr, aus der Zusammenarbeit mit "People" Synergien schöpfen zu können. Es ist mein Bestreben, den SonntagsBlick als einzigen Boulevard-Titel im Sonntagsmarkt noch nachhaltiger zu positionieren. Deshalb macht auch die Partnerschaft Sinn. Ausserdem gibt es hausintern kein Stillhalte-Abkommen. Der SonntagsBlick ist ein eigenständiger Titel und die Schweizer Illustrierte auch.
Zum Schluss: Welche Hoffnungen verbinden Sie mit der Lancierung von Sie+Er?
Ich hoffe, dass das SonntagsBlick-Publikum -- immerhin eine Million Leser -- weiterhin mit unserer Zeitung zufrieden sein wird. Dass es sich zusammen mit der Redaktion freut, mit Sie+Er punkto Umfang und Qualität etwas Zusätzliches zu erhalten. Und wir wollen neue Leserinnen und Leser davon überzeugen, dass das neugestaltete Magazin Sie+Er und der aktuelle SonntagsBlick eine interessante, spannende und entspannende Lektüre ist -- nicht nur am Sonntag.