Heute Morgen haben die Mitglieder von Telesuisse an einer ausserordentlichen Mitgliederversammlung die Resultate der von Mediapulse beauftragten Audits des neuen TV-Messsystems Kantar zur Kenntnis genommen. Da die Zahlen im Januar fehlerhaft waren, hatte Mediapulse entschieden, das System von einer Gruppe internationaler Experten in Gegenwart der betroffenen Organisationen (darunter auch Telesuisse) untersuchen zu lassen.
Heute Morgen hat der Verwaltungsrat von Mediapulse bekanntgegeben, dass die Audits das korrekte Funktionieren des Messsystems KANTAR bestätigt hätten. Demgegenüber haben die Regional-Fernsehen einen weiterhin nicht erklärbaren, massiven Rückgang der Zuschauerzahlen feststellen müssen, welcher vor allem die privaten Sender betrifft, die in der Schweiz senden.
Zudem liefere das System auf regionaler Ebene nur sehr stark schwankende Werte, welche für eine eigentliche Programmanalyse völlig ungenügend sind. Für die Mitglieder von Telesuisse ist deshalb klar, dass das sehr teure neue Messsystem sich nicht eignet für Sender, welche in den kleinen, aber komplexen Konzessionsgebieten arbeiten, die im Radio- und Fernsehgesetz definiert sind.
Die Mitgliederversammlung stellte fest, dass die von diesem inadäquaten Messsystem veröffentlichten Zuschauerzahlen das wirtschaftliche Überleben der Regionalsender bedrohen und hat demzufolge entschieden, ihren Mitgliedern die Kündigung ihrer Verträge mit Mediapulse zu empfehlen. Zusätzlich hat sie den Vorstand beauftragt, Alternativen zum Messsystem von Mediapulse zu evaluieren.
Schliesslich hat die Mitgliederversammlung ihren Vorstand gebeten, sich bei den Bundesinstanzen einzusetzen, um die Diskrepanz zwischen den vom BAKOM erteilten Aufträgen an die konzessionierten Sender und den an Mediapulse erteilten Auftrag auszuräumen. (pd)

