10.12.2015

AZ Medien

«Ringier wechselte mit einer 180-Grad-Volte das Lager»

Peter Wanner über den operativen Geschäftseintritt seiner Söhne und den Zustand der Branche.
AZ Medien: «Ringier wechselte mit einer 180-Grad-Volte das Lager»

Herr Wanner, Ihre beiden Söhne Michael und Florian steigen nun operativ ins Geschäft ein. Weshalb?
Es war höchste Zeit. Beide Söhne haben eine sehr gute Ausbildung und waren bereit, mehr Verantwortung zu übernehmen.

Die beiden steigen bei Radio 24 und Watson ein. Kann man daraus schliessen, dass diese beiden Ihre Sorgenkinder sind?
Nein, das sind sie nicht. Aber sowohl Radio 24 wie auch Watson stehen vor grossen Herausforderungen in einem sehr kompetitiven Markt. Bei Radio ist es die Digitalstrategie, bei Watson der weitere Ausbau.

Werden Michael und Florian Wanner in Zukunft direkt an Sie rapportieren?
Nein. Michael wird die Geschäftsleitung von Watson verstärken und als Delegierter des VR direkt dem Verwaltungsrat berichten. Florian wird als Geschäftsführer von Radio 24 direkt an Axel Wüstmann und Roland Baumgartner rapportieren.

Haben Sie vor, sich langfristig aus dem Geschäft zurückzuziehen?
Ich werde sicher noch einige Jahre als Verleger und VR-Präsident tätig sein. Aus dem operativen Geschäft habe ich mich schon vor fünf Jahren zurückgezogen.

Wie sind Sie als Verleger der AZ-Gruppe mit dem Jahr 2015 zufrieden?
Wir haben zwei schwierige Jahre hinter uns, weil wir die hohen Investitionen und Anschubfinanzierungen verkraften mussten. Wir rechnen mit schwarzen Zahlen für 2015 und mit deutlich besseren Ergebnissen für 2016. Da können wir erstmals mit einem return on investment der getätigten Investitionen rechnen.

Für 2016 haben Sie mit TV25 einen neuen Fernsehsender angekündigt. Wo liegt der programmliche Schwerpunkt?
TV25 wird vor allem auf europäische Spielfilme, Serien, hochwertige Dokumentationen und Schweizer Eigenproduktionen setzen.

Die Schweizer Medienszene ist wegen dem geplanten Joint-Venture der SRG, Swisscom und Ringier stark in Bewegung geraten. Wie beurteilen Sie den momentanen Zustand der Branche?
Die Branche ist sich in allen wichtigen Fragen einig und verhält sich solidarisch. Einzig Ringier hat mit einer 180-Grad-Volte das Lager gewechselt und ist aus freien Stücken aus dem Verband ausgetreten.

Ringier-CEO Marc Walder hat Ihnen vorgeworfen, dass Sie mit zwei Zungen sprächen und als Verleger am Joint-Venture interessiert seien. Ist das so?
Ich habe den Vorwurf scharf an den Absender zurückgewiesen. Herr Walder täte gut daran, zuerst vor der eigenen Türe zu wischen.

Und ein Verlegerpräsident Peter Wanner. Wäre dies langfristig eine Option?
Diese Freude kann ich Ihnen nicht machen.

Bild: zVg.


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