Die Sprecherin des neuen US-Präsidenten Joe Biden will die täglichen Pressebriefings im Weissen Haus wieder aufleben lassen. Jen Psaki (42) sagte am Mittwochabend Ortszeit bei ihrer ersten Pressekonferenz zu, im Umgang mit Journalisten ehrlich zu sein. «Als der Präsident mich bat, in dieser Rolle zu dienen, sprachen wir darüber, wie wichtig es ist, Wahrheit und Transparenz zurück in den Briefing-Raum zu bringen», sagte die neue Sprecherin des Weissen Hauses. Sie plane werktägliche Pressekonferenzen – «nicht an Samstagen und Sonntag, ich bin kein Monster».
Traditionell fanden Pressekonferenzen im Weissen Hauses früher in der Regel an Werktagen statt. Unter Biden-Vorgänger Donald Trump gab es sie nur noch sporadisch – wenn überhaupt. Die letzte Sprecherin Trumps, Kayleigh McEnany (32), stellte sich zuletzt am 15. Dezember bei einer Pressekonferenz den Fragen von Reportern. McEnany hatte bei ihrem ersten Briefing im Mai vergangenen Jahres versprochen: «Ich werde Sie nie anlügen, darauf haben Sie mein Wort.» Die Washington Post warf ihr vor wenigen Tagen vor, in ihrer Amtszeit Trumps Lügen und Unwahrheiten wiederholt und entschuldigt zu haben.
McEnany war Trumps vierte Sprecherin. Ihre Vorgängerin Stephanie Grisham hielt in ihrer neunmonatigen Amtszeit keine einzige Pressekonferenz ab. Vor Grisham waren Sarah Sanders und Sean Spicer auf dem Sprecherposten im Weissen Haus. Spicer und Sanders wurde – wie auch McEnany – mehrfach vorgeworfen, nicht die Wahrheit zu sagen. Alle drei hatten ein extrem angespanntes Verhältnis zum Pressekorps des Weissen Hauses, waren dafür aber umso loyaler zu Trump. Sanders sagte dem christlichen Sender CBN Anfang 2019, sie glaube, Gott habe gewollt, «dass Donald Trump Präsident wird».
In the building and ready to get to work. Follow me @PressSec will still post on personal side here. But for the work of @POTUS and @VP and @FLOTUSBiden and @SecondGentleman will be providing updates from @PressSec
— Jen Psaki (@jrpsaki) January 20, 2021
Für Psaki ist es eine Rückkehr ins Weisse Haus. Sie war unter Trump-Vorgänger Barack Obama von 2015 bis 2017 Kommunikationsdirektorin. Damals war Biden Vizepräsident. Von 2013 bis 2015 war Psaki Sprecherin des US-Aussenministeriums. (sda/dpa/eh)