Obwohl gemäss Einschätzung der Schweizer Journalisten die Unternehmen aus China durchaus um ihr Image besorgt sind, werden – auch im Internet – häufig zu wenig Informationen zur Verfügung gestellt. Dies ergab eine Analyse der Artikel grosser Schweizer Tageszeitungen von März 2012 bis April 2013, durchgeführt von einer Studiengruppe der ZHAW School of Management and Law und der Schweizer Kommunikationsagentur Farner. Gespiegelt wurden diese Ergebnisse mit den Resultaten einer stichprobeartigen Befragung von Schweizer Journalisten und chinesischen Firmen sowie der Analyse des Onlineauftritts der 59 chinesischen Firmen mit Sitz in der Schweiz, wie Farner in einer Medienmitteilung erklärt.
Von den 59 untersuchten Firmen haben nur 43 überhaupt einen Online-Auftritt (73 Prozent), und nur zwölf (20 Prozent) eine auf lokale Bedürfnisse zugeschnittene Webseite. Nur fünf von ihnen (8 Prozent) offerieren im Web Informationen in den drei Landessprachen Deutsch, Französisch, Italienisch sowie in Englisch. Lediglich 17 (29 Prozent) der untersuchten Firmen bieten Informationen zum Download an wie Geschäftsberichte, Medienmitteilungen oder Newsletter. Grundsätzlich mangle es an einer regelmässigen Kommunikation mit den Medienschaffenden – nur 18 (31 Prozent) der 59 untersuchten Firmen stellen überhaupt Medienmitteilungen auf ihrer Webseite zur Verfügung, wie der Studie zu entnehmen ist. Des Weiteren besitzen gemäss den Webseiten nur zwölf Prozent der chinesischen Firmen in der Schweiz eine Medienstelle, einen dedizierten lokalen Medienkontakt leisten sich sogar nur drei (5 Prozent). Gleichzeitig bemängeln die Schweizer Journalisten, gemäss der Medienmitteilung, den schwierigen Zugang zu Unternehmenssprechern.
Der einheitliche Tenor der Schweizer Medien: Chinesische Firmen sind in Helvetien aufgrund kultureller Unterschiede und zu wenig aktiver Kommunikation noch nicht besonders gut integriert. Sie wünschen sich ganz klar mehr Unternehmensinformationen mit Bezug zu und Relevanz für die Schweiz, am liebsten natürlich in einer der Landessprachen, erklärt Farner weiter. Auf Platz zwei der Wunschliste der Medienschaffenden stehen gut aufbereitete Informationen über die chinesischen Firmen wie Factsheets, Info-Grafiken oder Bildmaterial. Die Medienwelt ist dabei offen für die schriftliche oder persönliche Kommunikation zum Beispiel via Medienmitteilungen sowie in Form von Interviews oder Hintergrundgesprächen. (pd)
Symbolbild: Keystone