Droht den Qualitätszeitungen das Ende?

Communication Summit - Podiumsgespräch gut besucht.

Rund 150 Besucher und Besucherinnen fanden am 8. Februar den Weg zum Communication Summit 2006 im Auditorium Maximum der ETH. Darunter auffallend viele Mitglieder des ZPRG-Veranstaltungspartners Zürcher Presseverein (ZPV). Das war beim diesjährigen Thema der Veranstaltung auch nicht erstaunlich. Wer das drohende Verschwinden der Qualitätszeitungen zum Thema macht, findet bei Medienschaffenden offene Ohren.

Mit Giovanni di Lorenzo, seit August 2004 Chefredaktor der deutschen Wochenzeitung Die Zeit war am Communication Summit ein Gastredner vertreten, von dem man qualitativ hoch stehendes zum Thema erwarten durfte. Di Lorenzo machte gleich zu Beginn seines Referates klar, dass sich für ihn und seine Zeitung die Frage nach dem Aus im gegenwärtigen Moment nicht stelle. Feiert doch das traditionsreiche Wochenblatt gerade seinen 60. Geburtstag mit einer 250-seitigen (!) Jubliäumsausgabe, einem Kinofilm, Tag der offenen Tür und kann 2005 aufs beste Geschäftsjahr in seiner Geschichte zurückblicken. In seiner Rede plädierte di Lorenzo für einen offensiven Umgang mit Veränderungen. Redaktionen könnten nicht stehen bleiben. Man müsse Zeitungen aber sanft renovieren, um bestehende Leser nicht abzuschrecken.

Die Redaktionen forderte er auf zu akzeptieren, dass auch Qualitätszeitungen ohne neue Formen des Anzeigengeschäfts nicht leben können. Solange der Journalist die Freiheit habe "die Anzeige in Grund und Boden zu schreiben", könne er z.B. hinter Medienpartnerschaften stehen. Giovanni di Lorenzo bezeichnete es in seinem Schlusswort fast "ein Wunder", dass Qualitätszeitungen nicht der Vergangenheit angehören. "Qualitätszeitungen haben eine Zukunft; wenn wir uns sehr anstrengen, vielleicht eine glanzvolle."

Im anschliessenden Podiumsgespräch gingen die Diskussionsteilnehmer der Frage nach, wie sich Qualitätszeitungen angesichts sinkender Anzeigenerlöse und Verkaufszahlen und gegen Gratisinformationen aus Pendlerzeitungen und dem Internet behaupten können. Einig war man sich, dass Zusatz- und Nebengeschäfte das strukturelle Problem nur teilweise lösen können.

"persoenlich.com" war am Anlass mit dabei. Die Bilder-Galerie ist zu finden unter