Für Image Internet-Foren und Radiobeiträge gefälscht

DB - Allein 2007 rund 1,3 Mio. Euro für verdeckte PR ausgegeben.

Die durch Bespitzelungen und Datenaffären stark in die Kritik geratene Deutsche Bahn AG soll die Öffentlichkeit bewusst mit verdeckter PR an der Nase herum geführt haben und sogar Internet-Foren verfälscht haben. Einem Bericht des "Spiegels" zufolge soll sich das Unternehmen zudem mit bezahlten Radiobeiträgen bemüht haben, sein angekratztes Image aufzupolieren.

Weil der Schuss aber scheinbar nach hinten losgegangen ist, hat der Mehdorn-Nachfolger, Bahn-Chef Rüdiger Grube, bereits eine Sonderprüfung in Auftrag gegeben. Unternehmens- und Imageberater kritisieren vor allem den Kundenumgang.

Den Stein ins Rollen bei der Bahn brachte eine Anfrage des deutschen PR-kritischen Vereins LobbyControl. Daraufhin hatte Grube bereits am 19. Mai Hinweise über entsprechende Aktivitäten erhalten und nur einen Tag danach die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG mit einer entsprechenden Sonderprüfung beauftragt. Das vorläufige Ergebnis verblüfft selbst Hartgesottene.

Allein 2007 hat das Bahn-Management etwa 1,3 Mio. Euro aufgewendet, um die Öffentlichkeit mit bezahlten Beiträgen in Radioprogrammen und Internet-Foren bewusst zu täuschen. Brisantes Detail: Es war nicht erkennbar, dass die Bahn der Auftraggeber war. Der neue Bahn-Chef Grube will ausbügeln, was noch möglich ist und machte deutlich, dass er derartige Methoden nicht dulden werde. Auch drohte Grube personelle Konsequenzen an, um Wiederholungsfälle auszuschliessen. (pte)