Gemäss der Studie «Swiss Gen Z and Millennial Survey 2023» von Deloitte, dürfte sich der Fachkräftemangel in der Zukunft noch verschärfen, wie es in einer Mitteilung von Detoille Schweiz heisst. Fast die Hälfte der Gen Z und gut ein Fünftel aller Millennials planen in den kommenden zwei Jahren, ihren Job zu kündigen. Hauptgründe dafür seien fehlende Sinnhaftigkeit und ein zu niedriger Lohn. Um diese jungen Talente anzuziehen, brauche es mehr Flexibilität bezüglich Arbeitsort und -zeit. Zudem sollten sich Vorgesetzte weiterbilden, um achtsamer und empathischer führen und fördern zu können, um die Fachkräfte langfristig zu halten.
Die Generationen der Millennials (Jahrgänge 1983–1994) und der Gen Z (Jahrgänge 1995–2004) definieren sich in der Schweiz gemäss Mitteilung seltener über ihre Arbeit als im restlichen Europa. Eine wichtigere Rolle für das Identitätsbewusstsein spielen Freunde und Familie, Mode und Musik. Sowohl in der Schweiz als auch in der EU wollen die Gen Z und die Millennials sinnstiftend arbeiten, sich weiterentwickeln und dafür anständig entlöhnt werden. Passiert das nicht, hat gerade die Gen Z kein Problem damit, sich einen neuen Job zu suchen.
Transparenz und Flexibilität sind gefragt
Dies verlange von den Arbeitgebern ein grundlegendes Umdenken und erfordere organisatorische und kulturelle Anpassungen, heisst es weiter. Matthias Thalmann, Leiter Human Capital Consulting bei Deloitte Schweiz: «Unternehmen müssen ihre jungen Angestellten abholen, sie auf diese Entwicklungsreise mitnehmen und ihnen aufzeigen, was sie mit ihrer Arbeit leisten – nicht nur für den eigenen Betrieb, sondern für die Gesellschaft. Um dieses Bewusstsein für den Unternehmenszweck zu schaffen, sind verständliche Ziele, eine transparente Feedbackkultur sowie Anerkennung und klare Zukunftsperspektiven unabdingbar.» Doch auch andere Aspekte – etwa die Gestaltung der Arbeit, die Flexibilität, der Arbeitsort und die Arbeitszeit – spielen eine wichtige Rolle.
Bei den Zukunftssorgen geht es auch wieder ums Geld. «Unsere krisenhafte Zeit ist für jüngere Arbeitnehmende offenbar sowohl eine finanzielle als auch eine psychische Herausforderung», wird Thalmann in der Mitteilung zitiert. «Die steigenden Lebenshaltungskosten und der Klimawandel bereiten vielen Sorge. Daraus lässt sich ableiten, dass sowohl ein attraktiver Lohn als auch ein für Gesellschaft und Umwelt relevanter Unternehmenszweck entscheidende Faktoren sind, um junge Mitarbeitende zu rekrutieren und langfristig zu halten.»
Junge wollen Unternehmen mitgestalten
Um junge Talente zu halten, müssen sich die Mitarbeitenden entwickeln können. Gerade junge Menschen haben den Anspruch, einen sichtbaren Einfluss auf ihre Arbeit zu nehmen. Sie wollen angehört und ernst genommen werden und messbar zum Unternehmenserfolg beitragen. Hier leisten interne Feedbackplattformen einen wichtigen Beitrag zur Integration und Weiterentwicklung von Mitarbeitenden. Vorgesetzte sind auch gut beraten, sich bezüglich Empathie und emotionaler Intelligenz weiterzubilden, um den proaktiven Austausch mit den Mitarbeitenden zu verbessern.
Fehlende Karriereentwicklungs- und Weiterbildungsmöglichkeiten seien zudem gemäss Mitteilung häufige Kündigungsgründe. Unternehmen sollten Karrierechancen proaktiv und transparent kommunizieren und die Versprechen auch einhalten. Gut ein Drittel der Befragten in der Schweiz ist unzufrieden mit den Karriereperspektiven im Unternehmen. Reto Savoia, CEO von Deloitte Schweiz, warnt: «Führungskräfte und HR-Abteilungen müssen sich jetzt grundlegende Gedanken machen – bereits die Hälfte der Arbeitnehmenden gehört zur Generation Z und zu den Millennials. Wenn Unternehmen es nicht schaffen, diese jungen Menschen langfristig an sich zu binden, kann dies stark negative Folgen für die Wachstumsperspektiven und die Wettbewerbsfähigkeit dieser Unternehmen haben.»
Über die Studie
Für die Studie «Swiss Gen Z and Millennial Survey 2023» von Deloitte wurden Anfang März 2023 1000 Millennials (Jahrgänge 1983–1994) und 700 Vertreterinnen und Vertreter der Generation Z (Jahrgänge 1995–2004) in der gesamten Schweiz befragt. Die Daten für die EU entstammen der Studie «2023 Gen Z and Millennial Survey» von Deloitte, für die im Dezember 2022 über 8000 Teilnehmende aus den folgenden EU-Staaten befragt wurden: Belgien, Dänemark, Deutschland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Spanien, Schweden und Tschechische Republik. (pd/yk)