Kommunikationspanne sorgt für Verärgerung

SBB Cargo - Aussage in interner Zeitung musste korrigiert werden.

Die SBB-Spitze hat mit falschen Aussagen in der hauseigenen Zeitung die Angestellten im Tessin verärgert. So war in einem Interview mit einem Kadermann die Rede davon, dass die Abbaumassnahmen in Bellinzona bloss sistiert seien. Diese Aussage von Renato Fasciati, dem Leiter der Taskforce Turnaround, im Magazin "Cargo Inside" wurde später in einer internen Mitteilung korrigiert, ebenso eine fehlerhafte Textpassage in der "SBB Zeitung".

Der Verwaltungsrat der SBB habe entschieden, die Sanierungsmassnahmen in Bellinzona aufzuheben und während zwei Monaten "ergebnisoffen" am Runden Tisch zu verhandeln, heisst es in der Richtigstellung. Die falschen Formulierungen werden mit einem "fehlerhaften Ablauf bei der Produktion" begründet, heisst es in dem News-Letter, den die Tessiner SBB-Cargo-Angestellten am Freitag in Bellinzona den Medien vorlegten.

Die fehlerhaften Artikel hatte bei den Arbeitern in Bellinzona, die 33 Tage lang gegen die Abbaumassnahmen gestreikt hatten, für viel böses Blut gesorgt. "Wir glauben nicht, dass die SBB-Spitze in guten Treu und Glauben handelt", sagte Streikführer Gianni Frizzo vor den Medien. Es werde absichtlich für Verwirrung und Unsicherheit gesorgt.

Ins selbe Horn stiess Unia-Sekretär Matteo Pronzini. Aus rationaler Sicht könne man von einem banalen Fehler sprechen. Aber auch wenn man irrtümlicherweise ein brennendes Streichholz in einem Heuschober werfe, richte man einen grossen Schaden an. (sda)