Herr Allemann, was bewegt Sie, einen bewährten Namen wie Branders abzuändern?
Die kurze Antwort lautet: weil wir schon länger mehr machen als Branding und wir uns auch in Zukunft breiter aufstellen wollen. Insofern war es keine spontane Entscheidung, sondern eher die letzte Konsequenz aus Überlegungen, die uns schon seit mehreren Jahren umtreiben. Als ich Branders vor 19 Jahren gegründet habe, war Branding in der Schweiz noch ein junger Begriff und wir hatten Glück, dass wir mit unserem Namen und unserem Verständnis des Themas, die Branche auch etwas mitprägen konnten. Unser Ziel als unabhängige Agentur war es aber immer auch, das Thema Marke weiterzudenken – diese Ganzheitlichkeit bedeutete auch für uns als Agentur immer mehr Berührungspunkte, und wir sind, was unsere Kompetenzen betrifft, mitgewachsen. Mittlerweile arbeiten in unserem Team neben Beratern und Designern auch Werber, Journalistinnen, eine VJ, ein Podcaster und seit kurzem auch eine Innenarchitektin. Was uns verbindet, ist die Kreativität, das Arbeiten mit Ideen – und dies nicht nur auf konzeptioneller Ebene, sondern es geht uns darum, Ideen umzusetzen, zu verwirklichen. Dort liegen unsere Kernkompetenz und unsere Leidenschaft und aus unserer Sicht der grösste Mehrwert, den wir bieten.
Gibt es auch ein neues Logo?
Selbstverständlich, hier sind wir unserem «alten» Namen treu geblieben. Das Logo besteht aus dem Schriftzug Dear Creative, wobei der Name nicht zufällig die Form einer Anrede hat, denn wir verstehen Kreativität nicht als etwas, das wir allein als Team auf uns vereinigen, sondern als etwas, das wir gemeinsam mit Kunden und Partnern weiterentwickeln. Das Logo selbst basiert auf einer charakterstarken, serifenlosen, zeitgenössischen Schrift und passt gleichermassen in digitale und analoge Welten. Es schafft eine Balance zwischen starker Präsenz und Zurückhaltung, sodass unter dem Namen verschiedenste Inhalte Platz finden werden.
Sie haben den Namenswechsel mit Ihrem Team diskutiert. Gab es inhouse grosse Diskussionen?
Da uns das Thema nun doch schon eine Weile beschäftigt, war die Bereitschaft für einen Namenswechsel grundsätzlich hoch und auch Dear Creative stand schnell als Favorit fest. Die Diskussionen im Team drehten sich eher darum, was uns der Name in Zukunft für Potenziale eröffnet – sowohl für uns als Creative Studio als auch für jeden einzelnen. Denn ein Name verkörpert ja immer auch einen Anspruch an einen selbst, dem man gerecht werden will.
Was heisst das Konkret, wenn man plötzlich mit einem neuen Namen auftritt?
Wir sehen unseren neuen Namen v.a. auch als eine Chance, uns im Markt prägnanter zu positionieren – breiter aufgestellt, offen für neue Disziplinen, Technologien, Talente und Partnerschaften. Wir möchten gemeinsam Ideen entwickeln, sie verwirklichen und andere dafür begeistern. Einen neuen Namen zu kommunizieren, ihn mit Bedeutung aufzuladen, ist aber immer auch mit einem gewissen Aufwand verbunden.
Was sind die Aufwendungen? Was sind die Kosten?
Zum Glück gehört Naming und Branding ja auch in Zukunft noch zu unserem wachsenden Angebot an kreativen Lösungen, und wir konnten unser Re-branding perfekt mit internen Ressourcen abdecken. Wir haben uns zudem bewusst einen sportlichen Zeitplan gesetzt, damit sich die zeitlichen und finanziellen Aufwendungen in Grenzen halten und wir nach dem Entscheid möglichst rasch mit unserem Namen an die Öffentlichkeit konnten.
Wie haben ihre Kunden auf diesen Entscheid reagiert?
Die Reaktionen waren durchwegs positiv. Da und dort war man rückblickend sogar überrascht, dass wir überhaupt so lange gewartet haben – von Kunden, für die wir schon länger mehr machen als Branding war dieser Grundtenor etwas deutlicher spürbar. Andere wiederum zeigten sich neugierig, wie wir als Spezialisten das Rebranding unseres eigenen Brands bewerkstelligen. Insgesamt freut es uns sehr, dass auch bei unseren Kunden die Vorfreude das vorherrschende Gefühl ist und man gespannt ist auf mehr.
Wie kommunizieren Sie den Namenswechsel?
Wir haben uns bewusst nicht für den lauten «Big Bang» entschieden, sondern haben unsere Kunden persönlich vorinformiert, bevor auf den unterschiedlichen Kommunikationskanälen wie unserer Webseite oder unseren Social-Media-Kanälen live gegangen sind. Auch dort wird es darum gehen, diese Kanäle sukzessive mit neuen Inhalten zu bespielen. Denn auch hier wachsen wir mit neuen Aufgaben, Projekten, Talenten und Kollaborationen, die wir suchen werden, und die man mit dem Namen Dear Creative in Verbindung bringen wird.
Ab wann ist dieser Namenswechsel gültig?
Offiziell heissen wir seit dem 1. Juli Dear Creative.