Nach fast vier Jahren als Global Marketing Director von Aston Martin wird Markus Kramer Partner bei Brand Affairs. Bei der Zürcher Unternehmensberatung für Kommunikation und Markenführung wird er, laut einer Medienmitteilung, ab Oktober 2013 nationale und internationale Klienten betreuen.
Sieben Jahre im Ausland liegen hinter Kramer: Nach Stationen bei Harley-Davidson, wo er sowohl das EMEA-Marketing als auch die Vertriebsentwicklung leitete, und Aston Martin, wo er das globale Marketing verantwortete, kehrt der Experte für Luxusgüter-Marketing und -Vertrieb nun nach Zürich zurück. Der 40-Jährige behält jedoch eine Präsenz in Grossbritannien bei.
Kramer, der einen MBA der University of Oxford besitzt, wird als Partner bei Brand Affairs auch Mitglied der Geschäftlseitung. Er ergänzt damit das Team um die beiden bisherigen Partner und Geschäftsleitungs-Mitglieder Reto Zangerl und Sebastian Kistner, die überwiegend Mandate in den Bereichen Unternehmenskommunikation, Public Relations und Markenaufbau verantworten.
persoenlich.com sprach mit Kramer über den Grund seines Wechsel von Aston Martin zu Brand Affairs und über seine neue Tätigkeit:
Wieso wechseln Sie als Global Marketing Direktor von Aston Martin zu Brand Affairs?
Weil ich am Aufbau, Stärken und Führen von Marken Freude habe und zukünftig mein Know-how und meine Erfahrung noch breiter weitergeben will: an Firmen, die wachsen wollen und an die Menschen, die dahinter stehen. Seit mehr als fünfzehn Jahren helfe ich Marken, weiter zu wachsen – national und international. Ich habe lange nach einem cleveren, professionellen und offenen Setup mit guten Leuten gesucht, in dem ich diese Ambitionen ideal umsetzen kann. In Brand Affairs habe ich genau das gefunden - eine ideale Plattform und vor allem ein Team, das ebenfalls bereit ist, zu wachsen.
Worauf legen Sie neu Ihren Schwerpunkt bei Brand Affairs?
Meine Expertise konzentriert sich auf das praxisnahe Betreuen von Mandaten in allen Bereichen zeitgerechter Markenführung sowie der Vertriebsoptimierung national und weltweit. Damit kann ich Firmen helfen, ihre Marken auch international zu skalieren und die Strukturen dahinter professionell und effizient aufzubauen. Das funktioniert auf Mandats- und Ad-Interims-Basis. Zudem werde ich weiter Tiefe im Luxusgütermarketing aufbauen. Es stehen damit nicht nur Unternehmen in dieser Branche im Blickpunkt, sondern auch Firmen, die ihre Marken höher positionieren und besser differenzieren wollen. Wir werden dadurch den heutigen Kompetenzbereich und das Dienstleistungsangebot von Brand Affairs gezielt ergänzen.
Sie haben früher für Harley-Davidson und zuletzt bei Aston Martin gearbeitet. Welche Erfahrungen bringen Sie in die Schweiz mit?
Wie man Marken von Innen heraus versteht, wie man sie zum Ticken bringt und vor allem wie man sie nachhaltig und wirtschaftlich erfolgreich weiter entwickelt. Dazu gehören alle harten Skills des modernen Marketings: von Markenpositionierung, über Segmentationsmodelle und CRM bis hin zu Digital und Social Media. Ich habe auch gelernt, wie man Markenframeworks kreiert, die lokal relevant und trotzdem global konsistent sind, wie Ressourcen und Teams effizient eingesetzt werden, was für Kompetenzen und Talente notwendig sind, um Marken erfolgreich zu führen. Des Weiteren bringe ich sicher auch die weichen Skills mit, um auf allen Ebenen, funktionsübergreifend und wo angebracht auch über die geographischen und kulturellen Grenzen hinaus Marken gesamtheitlich auf allen Stufen der Unternehmung anzugehen.
Wodurch zeichnet sich gutes Branding aus?
Durch Integrität und Klarheit. Integrität, weil Branding immer Bilder, Erwartungen und Versprechen in den Herzen und Köpfen der Menschen hervorruft, die es zu erfüllen oder noch besser zu übertreffen gilt. Da genügt ein schönes Logo alleine nicht. Klarheit, weil Marken einfach kommunizierbar sein müssen, um aufgenommen und verstanden zu werden. Mit Klarheit meine ich aber auch das Verständnis innerhalb der Organisation auf allen Stufen, für was die Firma und die Markenwerte stehen, wie Marketing wirklich Mehrwert bieten kann sowie auch die notwendige Disziplin und Zeit, die nötig ist, um eine Marke erfolgreich zu machen.
Sie haben ursprünglich Hochbauzeichner gelernt. Wie kamen Sie in die Marketingszene?
Das stimmt. Das Bauen hat mich schon immer fasziniert! An dem hat sich bis heute auch nichts geändert, ausser dass ich heute keine Häuser mehr baue, sondern eben Marken und die dahinter stehenden Strukturen. Mich hat schon früh die Kombination von kreativem, konzeptionellem Denken, dem Planen und dem Umsetzen gereizt. Aber eben auch die kommerzielle Welt des Handels. Deswegen habe ich beispielsweise mit vierzehn Jahren neben der Lehre ein recht erfolgreiches Computerhandelsunternehmen aufgebaut. Mit 20 Jahren hatte ich es verkauft und mich entschlossen, mich fortan auf diese Kombination aus Planen und Machen im Handel zu konzentrieren. Von da an ging es im Schnellzugtempo Richtung Marketing via Handelsdiplom, Marketingplaner und schließlich dem MBA an der Uni in Oxford. Ich hatte glücklicherweise stets die Chance, das Gelernte immer praxisnah einzusetzen, zuerst in der Schweiz und dann international.
Sie sind viele Jahre im Ausland, unter anderem auch in der USA gewesen. Wird Ihnen die Schweiz nicht zu langweilig?
Im Gegenteil. Wir sind eines der innovativsten Länder weltweit und haben damit einen Hub mit erstklassigen Unternehmen mit starken und spannenden Marken, die global agieren und weiter wachsen wollen – in der Schweiz und rund um die Welt. Wir liegen im Herzen Europas, sind gut angebunden. Aus der Perspektive der Unternehmung ist die Welt klein geworden. Da spielen geographische Grenzen eine viel kleinere Rolle. Persönlich freue ich mich auf etwas mehr Heimat – die Vielfalt der Schweiz ist in jeder Hinsicht einzigartig. (pd/ma)