«Mit dem Online-Talk gehen wir neue Wege in der Medienarbeit"

Swisscom - Über die Marke Wingo besonders internetaffine Junge ansprechen: Zur Produktlancierung lud das Telekomunternehmen nicht nach Zürich oder Bern, sondern organisierte am Mittwoch die erste Online-Medienkonferenz. Statt live vor Ort konnten Journalisten und Blogger nur via Livestream dabei sein. Wird dieses Vorgehen bald zum Standard? persoenlich.com hat bei Olaf Schulze nachgefragt. Als Swisscom-Mediensprecher begleitete er während des Online-Talks den Chat.

Herr Schulze, am Mittwoch um 10 Uhr fand die wahrscheinlich erste reine Online-Medienkonferenz statt. Das wirkte jedoch eher wie eine moderne TV-Sendung. Sie haben sich von Joiz inspirieren lassen?
Mit Wingo haben wir eine Marke lanciert, die sich ganz gezielt an digital affine Kunden richtet. Unsere Kunden kennen sich in der Online-Welt also bestens aus. Das hat uns dazu inspiriert, mit dem Online-Talk neue Wege in der Medienarbeit zu gehen. Joiz hat ein tolles Studio und sie haben uns gut in der Umsetzung unterstützt.

Warum dieses Vorgehen?
Der wichtigste Grund war sicherlich, dass diese Form der Kommunikation bestens zur Wingo Zielgruppe passt, da es ein Online-Angebot ist. Wir haben uns aber auch gefragt, ob der Online-Talk ein Weg ist, wie wir Journalisten noch besser unterstützen und mit den für sie wichtigen Informationen versorgen können. Denn Journalisten stehen heute unter einem sehr starken Zeitdruck.

Journalisten können Weg einsparen. Wie viele haben teilgenommen?
Wir haben nicht nur in der Medienmitteilung auf den Online-Talk hingewiesen sondern zudem via Twitter eingeladen, um neben Journalisten auch Blogger und Influencer anzusprechen. Es haben rund 250 Besucher am Talk teilgenommen. Eine tolle Zahl, wenn man bedenkt, dass dies ein noch ungewöhnlicher Kommunikations-Kanal ist.

Wie aufwändig war diese Online-Medienkonferenz in Vergleich zu einer klassischen?
Wenn die technische Plattform vorhanden ist, braucht ein solcher Talk weniger Vorbereitungszeit als eine klassische Medienkonferenz.

Haben Sie tatsächlich alle Fragen aufgenommen oder bestimmte bewusst bilateral geklärt?
Alle Fragen waren im Chat für die Teilnehmer ersichtlich. Das ist aus unserer Sicht wichtig, denn Kommunikation hat viel mit Transparenz und damit Glaubwürdigkeit zu tun. Daher haben wir uns auch bemüht, möglichst viele Fragen im Talk direkt und live zu beantworten.

Gab es durch den Chat mehr Fragen, als wenn die Journalisten die Fragen mündlich gestellt hätten?
Das ist schwierig zu beantworten. Sicherlich gibt es Teilnehmer, die in einem Online-Chat mehr Fragen stellen, während andere sich vielleicht sogar gehemmt fühlen.

Wird Swisscom in Zukunft weitere solche Online-Medienkonferenzen durchführen?
Das lässt sich heute nicht beantworten. Wir werden es aber sicherlich prüfen. Wichtig sind natürlich die Rückmeldungen der Journalisten, wie sie diese Form der Kommunikation empfunden haben und ob sie ihren Bedürfnissen entspricht. Dass die Kommunikation aber multimedial wird, ist klar. Swisscom hat beispielsweise die Medienkonferenz zu ihren aktuellen Natel infinity Angeboten als Stream live übertragen.

Nun wollen Sie also mit Wingo eine völlig neue Marke etablieren. Nach der Teaserkampagne und der Auflösung am Mittwoch: Wie geht es weiter?
Unser Spot der Teaserkampagne lief bereits sehr erfolgreich: In vier Tagen sahen mehr als 500‘000 Besucher den Clip auf Facebook. Wir werden die Marke Wingo aber langfristig am Markt positionieren und etablieren. Daher schliesst sich an die Teaserkampagne und der Auflösung heute eine zielgruppenspezifische Launchkampagne an, die unser Angebot in den Mittelpunkt stellt. Ein Schwerpunkt wird sicherlich auf den online Kanälen mit einer jungen und frischen Tonalität liegen.

Und warum hat Swisscom nicht einfach ein neues Produkt lanciert, sondern ist gleich eine neue Marke?
Wingo spricht mit den digital affinen, eher jungen und urbanen Kunden eine andere Zielgruppe als Swisscom an. Diese Kunden wurden bisher mit der Marke Swisscom nicht genügend erreicht.

Swisscom bleibt im Hintergrund.
Genau. Wingo läuft unter einem eigenen Brand, ohne direkten Link zu Swisscom, weil die Qualität der Leistungen insbesondere beim Service nicht in jedem Fall dem entspricht, was die Kunden von Swisscom erwarten dürfen.

 


Die Medienkonferenz zur neuen Marke Wingo fand am Mittwochmorgen um 10 Uhr über einen Live-Stream statt. Teilnehmer mussten sich auf whatyouseeiswhatyouget.ch einloggen. Auskunft gaben Jean-Louis Mathez (CEO Wingo), Yann Steulet (Head of Brand Wingo) und Panajot Jelev (Head of Social Media Wingo). Jeder Spezialist hat ein für die Marke Wingo wichtiges Thema übernommen, so dass sie Aufteilung für den Zuschauer verständlich war. Corsin Caviezel von Joiz moderierte das Gespräch. Journalisten und Blogger konnten ausschliesslich schriftlich Fragen stellen, dies über einen eigens eingerichteten Chat (vgl. Abb. unten, Spalte rechts).

Die Fragen wurden von einem Sidekick aufgenommen und an die Gesprächsrunde weitergegeben. 

Text: Edith Hollenstein, Bild: Screenshots Live Stream