Nik Stucky verlässt Interbrand

Brandlead - Macht sich nach 20 Jahren selbstständig.

20 Jahre sind genug: Nik Stucky verlässt Interbrand und gründet sein eigenes Unternehmen Brandlead GmbH. Die Geschäftsräume befinden sich ist am Römerhof in Zürich. Hier teilt Stucky die Büros mit seinen Partnern - Spezialisten für PR und Kommunikation. Gemeinsam wollen Sie Dienstleistungen anbieten, wie Beispiel das Crisis Protection Network.

In den vergangenen Jahren war Stucky verantwortlich für die viel beachtete Studie "Best Global Brands" (persoenlich.com berichtete). Sein Wissen rund um Markenentwicklung und standardisierte Markenbewertung wird er nun künftigen Auftraggebern anbieten. Was kann er besser, als andere Branding-Berater? Persoenlich.com hat nachgefragt:

Herr Stucky, was macht Sie zuversichtlich, dass Sie genügend Kunden haben werden?

In den vergangenen Jahren habe ich die Erfahrung gemacht, dass es ein zunehmendes Bedürfnis gibt, die Markenführung stärker auf ihren betriebswirtschaftlichen Beitrag zu verpflichten und damit eine Brücke zwischen der Marke und dem operativen Ergebnis zu spannen. Dieser Trend wird insbesondere in wirtschaftlich schwierigen Zeiten anhalten. Es gibt gleichzeitig ganz wenige Spezialisten, die entsprechende Erfahrungen mitbringen, um Unternehmen darin zu unterstützen und zwischen den beiden "Welten" vermitteln zu können. Hier rechne ich mir reale Chancen aus.

Sie spezialisieren sich auf Markenevaluation. Geben Firmen tatsächlich Geld für aufwendige Analysen aus?

Ja, das tun Unternehmen zunehmend und mit gutem Grund: Wenn das Management weiss, was den Wert treibt können sie auch gezielt agieren. Oft weiss das Management nicht, wie bedeutend die Marke ist und wie diese den Unternehmenserfolg unterstützt. Ohne dieses Wissen, bleibt die Marketingabteilung eine Kostenstelle und spricht von Dingen, die der Rest des Unternehmens nicht versteht.

20 Jahre lang arbeiteten Sie als Berater bei Interbrand, wobei Sie verantwortlich waren für die bekannte Studie "Best global Brands". Dabei haben Sie sicher eine Lieblingsmarke.

Unter den Top 100 weltweiten Marken befinden sich für mich wenige "Lieblinge" aber dafür Marken, die Vertrauen ausstrahlen und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst sind. Siemens ist ein gutes Beispiel. Eine stille Marke zwar, die aber unglaublich viel bewegt in der Welt. Ich habe mehr Achtung vor Marken, die wirklich Vertrauen geschaffen haben als vor den sogenannten Love-Brands und ihrem zweifelhaften Versuch die Herzen zu erobern.

Welches sind Love-Brands?

Da fallen mir drei ein: IKEA, McDonalds oder Budweiser.

Warum wollten Sie nicht auf Kundenseite wechseln?

Als Spezialist möchte ich mich auf wenige Bereiche konzentrieren und da gute Arbeit leisten. Dies setzt voraus, dass ich weiterhin für verschiedene Unternehmen arbeite und nicht nur für eines. Zudem habe ich ein paar spezifische Ideen, die ich realisieren möchte. Dies ginge im Kontext eines etablierten Unternehmens eher nicht.

Welches ist Ihr erstes Mandat?

Noch muss ich einige Projekte abschliessen aber dann werde ich gezielt nach neuen Mandaten Ausschau halten.