Pressechef legt nach Manipulationsvorwürfen sein Amt nieder

ADAC - Eklat beim deutschen Autoclub.

Der ADAC hat Manipulationen beim Autopreis "Gelber Engel" eingeräumt. Die Zahl der abgegebenen Stimmen sei in der Preiskategorie Lieblingsauto der Deutschen, zu dem der VW Golf gewählt wurde, "geschönt" und höher dargestellt worden. Michael Ramstetter, ADAC-Kommunikationschef und Chefredaktor der Mitgliederzeitschrift "Motorwelt", habe am vergangenen Freitag eingeräumt, die Zahl der Stimmen bei diesem Preis manipuliert zu haben, teilte der Autoclub am Sonntag in München mit. Ramstetter übernehme dafür "die alleinige persönliche Verantwortung" und habe sämtliche Funktionen beim ADAC niedergelegt.
 

Ramstetter habe sich für sein Fehlverhalten entschuldigt, hiess es weiter in der Pressemitteilung des Vereins. Der 60-Jährige habe bedauert, der Glaubwürdigkeit des ADAC Schaden zugefügt zu haben. Die "Bild am Sonntag" hatte schon vor der Veröffentlichung des Autoclubs von Ramstetters Konsequenzen berichtet. Dem ADAC - mit rund 19 Millionen Mitgliedern grösster Autoclub in Europa und grösster Verein in Deutschland - droht nun eine massive Vertrauenskrise. Der Automobilclub bemühte sich am Sonntag sofort ums Schadensbegrenzung. Bei der Wahl des Lieblingsautos sei nur die Zahl der abgegebenen Stimmen geschönt worden, aber nicht die Rangfolge der Ergebnisse, wurde ausdrücklich betont.
 
Die anderen Kategorien beim Preis "Gelber Engel" seien von den Vorgängen nicht betroffen, betonte der Autoclub. Er will Vertrauen zurückgewinnen und kündigte an, bis 2015 für die Abstimmung zum Lieblingsauto ein notariell überwachtes Verfahren zu entwickeln, das über jeden Zweifel erhaben sei. (sda/dpa/afp)