SND-Sprecher bleibt suspendiert

CIA-Affäre - Folgenreicher Scherz am Telefon.

Der Sprecher des Strategischen Nachrichtendienstes(SND) ist nach wie vor suspendiert. Das Ermittlungsverfahren in Sachen CIA-Fax-Affäre der Bundesanwaltschaft (BA) ist eingestellt worden, jenes der Militärjustiz dagegen läuft noch.

"Der anfängliche Tatverdacht wegen Amtsgeheimnisverletzung hat sich weder gegen Roman Weissen noch gegen eine andere Person erhärten lassen", lautet die Schlussfolgerung der BA. Zum laufenden Verfahren wolle er nicht Stellung nehmen, sagte Weissen am Mittwoch gegenüber der Nachrichtenagentur SDA.

Verlag interessiert sich für Geschichte

Er schloss gemäss Nachfrage aber nicht aus, Politik und Öffentlichkeit später über das "Kafkaeske" in der Angelegenheit informieren zu wollen. Ein Verlag interessiere sich für die Geschichte.

"Uns dieser Tat zu verdächtigen ist lächerlich und an Bizarrerie nicht zu überbieten", sagte der ehemalige VBS-Sprecher. Gegen die beiden Mediensprecher waren drastische Massnahmen ergriffen worden: Haus- und Bürodurchsuchungen, gemäss Angaben des Ex-VBS-Mannes über Monate abgehörte Telefongespräche sowie eine Woche U-Haft für Weissen.

Scherz als Auslöser

Offenbar war es auch ein abgehörtes Telefonat der beiden Sprecher im Januar 2006 -- kurz nachdem der Fax im SonntagsBlick erschienen war -- die den Justizapparat in Bewegung gesetzt hat: "Wir wollten uns zum Mittagessen verabreden und dabei fragte ich meinen Kollegen scherzhaft, ob ich die Einladung per Fax schicken solle", erklärte sich der Ex-VBS-Mann den Verdacht gegen sie.