Forscher wollen mit Hilfe von Internetplattformen wie Twitter oder Facebook ein Frühwarnsystem für Pandemien entwickeln. Laut ihnen können Beiträge über Symptome und Krankheiten in Internetforen Hinweise auf ein gehäuftes Auftreten von Infektionskrankheiten geben. Die Verbreitung gefährlicher Krankheiten könnte mit einem solchen System schneller eingedämmt werden, teilte die Leibniz Universität Hannover am Donnerstag mit. Aus den Beiträgen im Intenet sollen Signale erzeugt werden, die den Gesundheitsbehörden zur Überprüfung übermittelt werden.
Ziel sei es, bestehende Frühwarnsysteme mit zusätzlichen Informationsquellen zu erweitern. "Die einzige Methode, die Pandemien einzudämmen, ist das frühzeitige Erkennen kleinster Hinweise - gefolgt von einer schnellen Reaktion", erklärte die Projektmitarbeiterin Avaré Stewart. Die Meldung, dass ein Patient eine hochgradig ansteckende Krankheit hat, erfolgt normalerweise über die Spitäler an die zuständigen Gesundheitsbehörden. Meist gehen die Informationen von dort weiter an die Weltgesundheitsorganisation (WHO), welche vor einer drohenden Pandemie warnen kann.
Das Meldesystem ist nach Angaben der Experten gründlich, aber langsam. Onlinemedien, Weblogs, wissenschaftliche und nicht-wissenschaftliche Diskussionsforen sowie elektronische Kommunikation könnten daher ergänzende Informationen über das Auftreten von Krankheiten und deren Symptome liefern. (sda)