SonntagsBlick liegt die Zürcher Maturaarbeit und der Film vor, die dem Kommunikationschef von Bundesrat Beat Jans, Oliver Washington, Zensur vorwerfen. Washington, der zugleich Götti der Schwester der Schülerin ist, argumentierte, ihm sei nicht klar gewesen, dass die Arbeit öffentlich zugänglich sei. Die Maturandin hingegen betont, dass von Anfang an Transparenz über eine Teilveröffentlichung bestand: Die Maturaarbeit sowie der Film sollten in der Schulbibliothek einsehbar sein, schreibt der SonntagsBlick.
Der Rückzug von wichtigen Interviewpassagen führte zu einem Zwiespalt über journalistische Prinzipien und verunsicherte die Schülerin. Insgesamt gingen mehr als 60 E-Mails hin und her, teils um 5.16 Uhr morgens, teils kurz nach Mitternacht – mitunter sogar sonntags.
Kurz vor Ablaufen der Abgabefrist diktierte Washington der Schülerin die Sprachregelung: «Ich habe mit Oliver im Interview weiter über Kommunikationsstrategien gesprochen. Ich darf diese Interview-Passagen nicht verwenden, da ich Oliver vor dem Interview nicht verständlich kommuniziert habe, dass meine Arbeit teilveröffentlicht wird.» Trotz des Konflikts konnte die junge Frau die Matura inzwischen erfolgreich abschliessen.
Den Fall hatte die NZZ im April bekannt gemacht: Die in der Zürcher Kantonsschule Rämibühl präsentierte Maturaarbeit war geschwärzt und als «zensuriert» ausgestellt worden. Der Film, den die Gymnasiastin dazu gemacht hatte, durfte nicht gezeigt werden (persoenlich.com berichtete). (pd/spo)