"Kulturkommunikation ist wie normale Kommunikation, nur ohne Budget." Mit diesem Kernsatz eröffnete Martin Heller in seinem Inputreferat das Podium vor zahlreichen Kommunikationsfachleuten im Moods im Schiffbau. Nebst dem ehemaligen Direktor der Expo.02, Martin Heller, waren im Podium unterschiedliche Positionen zu diesem Thema vertreten. Anne Keller Dubach, Head of Brand Communications Swiss Re, hielt im Vorfeld des Podiums bereits fest, dass der Begriff "Kulturkommunikation" in ihrem Umfeld ungebräuchlich sei und nannte an dessen Stelle das soziale und gesellschaftliche Engagement von Swiss Re, kurz Corporate Citizenship.
Die Aspekte der Nachhaltigkeit und Engagement wurden im Verlaufe des Podiums verschiedentlich genannt. Thomas Meier, Rektor der ZHdK, brachte die Begriffe Reputationsmanagement und Personalisierung in die Diskussion ein. Die einander zum Teil zuwiderlaufenden Ziele des Marketings einerseits und der Vermittlung über den öffentlichen Diskurs anderseits eine zentrale Eigenheit der "Kulturkommunikation" wurden mit unterhaltenden Beschreibungen konkreter Fälle diskutiert. Esther Eppstein, Betreiberin der experimentellen Plattform "message salon", muss wortwörtlich ohne Budget kommunizieren und macht dies seit Jahren innerhalb eines kleinen und aktiven Kreises sehr erfolgreich.
Das Podium wurde von Karin Salm, DRS 2, umsichtig und wach moderiert. Die Podiumsteilnehmer sassen auf der Moods-Bühne zwischen allerlei skurrilen Geräten und zerbeulten Musikinstrumenten. Dass es sich dabei nicht um eine Kunstinstallation, sondern um die Instrumente einer Band handelte, zeigte sich spätestens, als Christian Wick, Präsident der ZPRG, nach dem Apéro riche die Musiker Pfuri, Zac & Kniri ansagte.
Die Originalformation "Pfuri, Gorps & Kniri" war in den 70er Jahren einer der bekanntesten Brands im deutschsprachigen Musikleben. Mit ihrer visionären Kombination aus hiesiger Folklore, amerikanischem Blues und Rock'n'Roll erreichten sie damals über zahlreiche Fernsehshows von "Der Grosse Preis" bis zur "Peter Alexander Show" ein breites Publikum. Ein Beispiel für gute "Kulturkommunikation"? Keine Frage, sie haben es immer noch voll drauf. Das Publikum im Moods, darunter Persönlichkeiten aus dem Showbusiness wie Dieter Meier, Andreas Vollenweider und Pepe Lienhard, dankten es ihnen mit begeistertem Applaus.
ZPRG-Präsident Christian Wick
Inputreferent Martin Heller, ehemaliger Direktor Expo 02