Die CVP gewinnt den Wahlkampf -- zumindest den digitalen. Laut einer Studie des Instituts für Angewandte Argumentenforschung (IFAA) in Bern, kommuniziert die CVP auf ihrer Webseite am nächsten bei den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger. Deutlich wird auch, dass die Parteien oft andere Themen im Brennpunkt haben, als ihre potenziellen Wählerinnen und Wähler eigentlich interessieren würden. Dies zeigt das Stimmungsbild, das durch die inhaltliche Auswertung von Internetrecherchen bei verschiedenen Suchmaschinen entsteht.
Bürgerliche Parteien treffen Nerv der Zeit weniger gut
Laut Studie kommunizieren die CVP und die linken Parteien näher beim Interesse der Schweizer Bevölkerung als bürgerliche Parteien. Die CVP treffe, dicht gefolgt von der SPS und den Grünen, in Punkto Wahlkampfthemen den Nerv der Zeit besser, als die Mitstreiter der bürgerlichen Parteien. Allerdings seien die Unterschiede zwischen den Parteien nur minimal. Die FDP belegt in dieser Rangliste den Schlussrang.
Als wichtigstes Thema um den Wahlkampf für sich zu entscheiden, erachten offensichtlich die meisten Parteien die Steuerpolitik, nur die Grünen machen die Steuern nicht zu einem Ihrer zentralen Themen. Ein weiteres wichtiges Thema ist die Klimadebatte, wobei vor allem die SP und die Grünen mit diesem Thema auf die Gunst der Wähler hoffen. Weitere wichtige Inhalte bei allen Parteien sind Familienpolitik, Wirtschaft und die Situation auf dem Arbeitsmarkt.
Ein Vergleich der Wahlkampfthemen seit Februar zeigt laut IFAA, dass während des letzten halben Jahres vor allem die Themen EU-Beitritt, Gewalt und Gesundheitspolitik in der Wahrnehmung der Parteien stark zugenommen haben. Etwas weniger wichtig wurden dafür Energie- und Umweltpolitische Themen wie Atomkraftwerke, Ökologie und Emissionen.
Irakkrieg und Drogenproblem keine Themen mehr
Vergleicht man die wichtigsten Themen der Parteien mit den Suchanfragen der potentiellen Wählerinnen und Wählern bei Suchmaschinen, um sich ein Stimmungsbild der Bevölkerung zu verschaffen, liegen die Schwerpunkte laut Studie allerdings etwas anders. Die Schweizer suchen mit Hilfe von Suchmaschinen oft nach gesundheitspolitischen Themen oder erhoffen sich eher im Internet Hilfe im Krankenkassendschungel, als von den Politikern. Weitere heisse Themen sind finanzpolitischer Art, sowie (Aus-)Bildung und die Renten.
Das IFAA hat bereits vor vier Jahren den digitalen Wahlkampf im Internet wissenschaftlich begleitet. Damals lagen die thematischen Schwerpunkte auf der Drogenpolitik, der Swiss und dem Irakkrieg. Diese Themen sind heute nebst dem Konflikt in Israel und auch dem Terrorismus gänzlich aus der Wahrnehmung der politischen Parteien verschwunden. Ganz neu in diesem Wahlkampf dazugekommen sind die Klimadebatte oder beispielsweise Schengen.
(Quelle: IFAA)