WOZ stellt Agentur unter Spitzelverdacht

Farner - Mitarbeiterin soll GSoA-Veranstaltung infiltriert haben.

Farner, die grösste Schweizer PR-Agentur, steht unter Spitzelverdacht. Die "Wochenzeitung" (WOZ) berichtet in der aktuellen Ausgabe über eine Frau, die für die Agentur arbeitet und beschuldigt wird, an strategischen Sitzungen der Gruppe Schweiz ohne Armee (GSoA) teilgenommen zu haben. Während den Sitzungen habe die Mitarbeiterin Notizen gemacht und nicht offen deklariert, dass sie im Dienst der PR-Agentur steht. Brisant an der Geschichte: Farner betreut Mandate der Schweizer Waffenindustrie. Die GSoA-Sitzungen behandelten eine Volksinitiative, die den Export von "Kriegsmaterial" verbieten will.

Die in die Kritik geratene Mitarbeiterin und Farner-Chef Daniel Heller distanzieren sich von den Vorwürfen. Gegenüber der WOZ sagt Heller: "Der Vorfall ist mir im Einzelnen nicht bekannt. Die Agentur nimmt generell zu ihrer Aufragstätigkeit nicht öffentlich Stellung." Interessant sind allerdings die Aussagen des Freundes der "PR-Spionin". Dieser hat der WOZ teilweise bestätigt, dass seine Partnerin im Auftrag von Farner an der Veranstaltung teilgenommen habe. Die Geschichte sei dumm gelaufen, weil Farner schlecht "gebrieft" habe, wird der Freund in der WOZ zitiert.