Zoo Zürich verabschiedet sich vom «Oh!»

MetaDesign - Die Markenberatung hat dem Zürcher Tierpark ein neues Erscheinungsbild samt Claim verpasst. Der Zoo Zürich will sich damit als Naturschutzorganisation positionieren. Seit Donnerstag ist der Auftritt an den ersten Berührungspunkten sichtbar.

Der Zoo Zürich stellt seine Marke neu auf. Kern des Auftritts ist die Leitidee «Verbinden, was zusammengehört». Sie soll Artenschutz, Lebensraumschutz, Forschung und Bildung zusammenführen. MetaDesign hat den Claim und das Corporate Design auf Basis einer Markenstrategie entwickelt, die der Zoo selbst erarbeitet hatte. Laut Mitteilung der Agentur dient die Leitidee zugleich als «Leitstern» und als «Leistungsversprechen für alle künftigen Angebote und Formate des Zoos».

Die sichtbarste Änderung betrifft das Logo. Der Schriftzug mit dem charakteristischen roten «h» stand gemäss Zoo rund 30 Jahre lang für das Staunen der Gäste beim Eintauchen in die Welt der Tiere. Künftig kommt das Logo laut MetaDesign ohne den «Oh!»-Zusatz aus.

Die Agentur wertet dies als Abkehr von einem «Zoo des Staunens». Gemeint ist der Schritt hin zu einem Zoo, der Natur, Tier und Mensch als gemeinsames Ganzes versteht. Der Zoo selbst schreibt, das Logo sei behutsam modernisiert, vereinfacht und für digitale Anwendungen weiterentwickelt worden.

Das Erscheinungsbild setzt auf eine Bildwelt mit bedrohten Tieren in weitgehend natürlicher Umgebung. Der Mensch tritt darin als Gast und Beobachter auf. Gestalterisch soll eine dynamische «Flow-Linie» das Ineinanderfliessen von Lebensräumen und Landschaften darstellen. Dazu kommen eine Typografie, die subtil mit den Naturmotiven verwoben ist, und eine leicht entsättigte Farbgebung.

Die Strategie hinter dem Auftritt beschreibt Claudia Herkert-Derungs, Bereichsleiterin Marketing & Edukation und Vize-Direktorin des Zoos. «Als einer der führenden, wissenschaftlichen Zoos Europas verstehen wir uns heute als Naturschutzorganisation», lässt sie sich in der Mitteilung von MetaDesign zitieren. Anina Segat, CCO von MetaDesign, spricht auch die Kontroversen um Zoos an: «Der Zoo Zürich bewegt Menschen. Er begeistert, polarisiert und löst wichtige Diskussionen aus.» Die Aufgabe der Agentur sei es gewesen, die Rolle des Zoos «für ein breites Publikum verständlich und erlebbar zu machen».

Drei Agenturen, viel Eigenleistung

Neben MetaDesign waren zwei weitere Agenturen beteiligt. Gold Interactive hat die neue Website umgesetzt. Rembrand verantwortet die Go-live-Kampagne. Dazu gehören die Plakatkampagne und digitale Screens (OOH und DOOH), Digital Ads sowie ein Relaunch-Trailer. Zudem hat Rembrand das neue Zoo-Magazin Habitat gestaltet. Einen grossen Teil der Arbeit hat der Zoo selbst geleistet: Sämtliche Visualisierungen im und um den Zoo hat der Bereich Marketing & Edukation auf Basis des neuen Corporate Designs von MetaDesign gestaltet. Auch alle Video- und Fotoaufnahmen sowie sämtliche Texte im Magazin Habitat und auf der Website hat der Zoo selbst produziert. Seit Januar 2026 arbeitete der Zoo am neuen Auftritt, wie Kommunikationsleiter Dominik Ryser auf Anfrage von persoenlich.com sagt.

Der Zoo führt den neuen Auftritt aus Ressourcengründen schrittweise ein. Bestehende Materialien werden erst ersetzt, wenn eine Erneuerung ohnehin ansteht. Zum Start angepasst wurden neben Website, Plakatkampagne und Magazin auch die Eintrittstickets. Die vollständige Umstellung soll in den kommenden Monaten und Jahren erfolgen.

Neu ist die Positionierung allerdings nicht, neu ist ihre Sichtbarkeit. Gemäss MetaDesign lebt der Zoo dieses Selbstverständnis bereits seit über 20 Jahren, der Zoo selbst spricht von einem Wandel über rund 30 Jahre. Für die Gäste zeige sich die Ausrichtung im Tierbestand, der laut Agentur auf «nur noch bedrohte Tierarten» angepasst wurde, und in den naturnah gestalteten Lebensräumen. Den Anfang machte 2003 der Masoala Regenwald, 2014 folgte der Kaeng Krachan Elefantenpark, 2020 die Lewa Savanne und 2025 der Grosskatzen-Lebensraum Panthera. Weitere Anlagen sollen folgen. Inhaltlich stützt sich der Zoo zudem auf den sogenannten One Plan Approach der Weltnaturschutzunion IUCN. Diese Strategie bündelt den Schutz einer Art in freier Wildbahn und in menschlicher Obhut in einem gemeinsamen Plan.

Die Leitidee soll denn auch mehr sein als ein Claim. Sie bringe auf den Punkt, wofür der Zoo stehe, sagt Herkert-Derungs in der Mitteilung des Zoos: «Menschen für die Natur zu begeistern und sie einzuladen, Verantwortung für ihren Schutz zu übernehmen.» (pd/cbe)