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«Die meisten Männer sind keine Arschlöcher»

«Was ist eigentlich das Ziel von Euch Frauen?», fragte Manuela Barmettler die Runde. Die bodenständige Familienfrau und Bäuerin, bekannt aus der «Landfrauenküche», konnte mit der neuerlichen «Club»-Diskussion über die toxische Männlichkeit wenig anfangen – und mochte schon gar nicht mit den Wölfinnen heulen. Die Nidwaldnerin ist glücklich mit Mann, Kindern und Hof. Das kann die feministische Theologin Ina Praetorius offenbar nicht nachvollziehen: «Ich weiss nicht, was mit dem Hof wäre, wenn sie sich scheiden lassen würden. Die Frauenbewegung hat um die Gleichberechtigung gekämpft, und sie profitieren jetzt davon.» Unpassend. Unsensibel. Unerhört!

«Was Frauen wollen – Was Männer sollen» lautete das Thema. Wie schon beim Männer-«Club» bewegte sich der Gewinn an inhaltlicher Erkenntnis im Nanobereich. Gut gefielen mir immer wieder die Argumente und Einwände der Psychologin und «Blick»-Sexberaterin Caroline Fux. Sie sagte zu Beginn: «Viele Männer sind sehr verletzt, weil sie alle plötzlich Täter sein sollen, bevor sie etwas gemacht haben.» Tamara Wernli, «Weltwoche»-Kolumnistin und Videobloggerin, doppelte nach: «Die meisten Männer dieser Welt schlagen keine Frauen, belästigen und vergewaltigen nicht. Sie sind grossartige, geile Typen, die uns Frauen respektieren. Die allermeisten Männer sind keine Arschlöcher, sie verurteilen Männer, die Arschlöcher sind.»

Wie sollen sie denn sein, die Männer? Stéphanie Berger will einen Gentlemen: «Er respektiert alle, er handelt übereinstimmend mit seiner Ethik, er ist verantwortungsbewusst, er steht zu seinen Fehlern, er verfolgt seine Ziele mit viel Herz und Leidenschaft. Understatement ist ebenfalls wichtig.» Merke: Die Comedienne ist Single. Noch Fragen? Tamara Wernli mag vor allem die praktischen Eigenschaft eines Mannes: Abfluss entstopfen, Hausspinne an die frische Luft befördern, ohne sie zu töten… Handwerker und Kammerjäger dürfen sich melden.

Gewohnt offen und direkt kam Jetsetterin Vera Dillier zur Sache: «Ich mag starke Männer, die Frauen beschützen und erobern. Er muss mich amüsieren, verwöhnen und glücklich machen. Für mich ist der Mann der Jäger, der die Frauen jagt. Wir Frauen sind die Rehlein, die durch den Wald davonrennen. Dieses Spiel macht mir Spass.» Ich werde mir wieder mal Disneys «Bambi» reinziehen. Feministin Praetorius mag Männer, die sicher Autofahren können. «Aber nicht wegen ihrem Ego, sondern weil es gebraucht wird.» Und die Theologin verlangt: «Ich will, dass sich die Verteilung des Vermögens in der Welt ändert. Frauen arbeiten viel mehr als Männer. Die reichsten Leute der Welt sind aber acht Männer.» Wow. Spätestens an dieser Stelle erinnerte ich mich an einen alten Operetten-Gassenhauer: «Die Männer sind alle Verbrecher».

Nach zwei Sendungen wissen wir nun: Als Gott den Mann schuf, hat sie nur geübt. Und wie sagte die Schauspielerin Iris Berben mal so treffend: «Alle Frauen warten auf den Mann ihres Lebens, aber in der Zwischenzeit heiraten sie.» Sind die Männer tatsächlich in der Krise? Oder ist es nur eine Themenkrise der «Club»-Redaktion?

 


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