Wann treten Sie Ihre neue Stelle an?
Ich werde mich im Laufe des Sommers einarbeiiten, mein offizieller Start ist am 1. September.
Wie ist der Kontakt zu Advico zustande gekommen?
Für mich ist das eine Art Homecoming. Ich habe vor langer Zeit als Media-Assistent bei Advico gearbeitet. Danach hatte ich als Leiter des Group Corporate Marketing der UBS als Kunde wieder mit dieser Agentur zu tun. Zudem pflege ich einen lockeren, freundschaftlichen Kontakt mit Bruno Widmer. Er war es auch, der mich anrief und anfragte, ob ich die Stelle übernehmen wolle.
Fällt Ihnen der Weggang von Accenture leicht?
Ich hatte fünf sehr spannende Jahre im Ausland, vier davon in Deutschland. Immerhin komme ich jetzt aber in eine der attraktivsten Städte der Welt zurück und habe die Chance, eine der hervorragendsten Aufgaben in der Schweizer Marketing-Wirtschaft anzutreten.
Wie haben die Kunden reagiert?
Die ersten Reaktionen waren positiv. Vermutlich wird geschätzt, dass ich sowohl die Beratungs-, als auch die Kundenseite kenne. Auch meine Erfahrungen in der Unternehmensberatung schaden bestimmt nicht.
Sie waren GL-Mitglied internationaler Agenturgruppen -- welche waren das?
Ich war bei Ogilvy Matter, bei Saatchi und bei TBWA.
Für Accenture waren Sie vor allem im Ausland tätig. Wird AY&R verstärkt internationale Kundschaft anpeilen?
Der grosse Vorteil der Advico ist ihr starkes lokales Business. Das soll weiter so bleiben. Es wäre fatal, einen internationalen Umsetzer zu machen. Meine Erfahrungen im Ausland helfen im Umgang mit dem internationalen Netzwerk oder bei Kunden, die etwas im Ausland machen wollen. Letztlich habe ich aber doch mehr Jahre in der Schweiz verbracht.
Sie übernehmen kein einfaches Erbe, nachdem die gesamte Geschäftsleitung gegangen ist. Wird man Advico noch wiedererkennen?
Advico wird Advico bleiben. Ich bedauere denn Abgang des Kaders natürlich, verstehe jedoch, wenn man sich neu orientieren will. Mit zwei dieser Leute bin ich auch befreundet. Man muss aber sehen, dass der grosse Teil der Belegschaft bleibt. Hansjörg Zürcher ist ein weiterer Garant für Kontinuität. Die Situation von Advico ist daher keineswegs instabil. Dennoch ist die Aufgabe natürlich eine Herausforderung -- aber eine gute.
Welches sind Ihre mittelfristigen Ziele?
Es wird Änderungen geben, das ist bei jedem Wechsel so. Bevor ich aber in Verlautbarungen verfalle, muss ich mich erst einarbeiten. Ausserdem sehe ich heute keinen Anlass, gross umzukrempeln, denn die Agentur ist, wie gesagt, stabil. Änderungen werden also punktuell sein.
Wie konnten Sie Hansjörg Zürcher dazu überreden, wieder voll bei Advico einzusteigen?
Ihm liegt sehr viel an seinen Leuten und an der kreativen Reputation, die die Agentur in der Schweiz geniesst. In einer Übergangsphase wird Zürcher deshalb die Qualität in der Kreation sicherstellen. Er wird auch zu Kunden gehen und Verantwortung tragen, ausserdem wird er sehr stark als Coach der jungen Nachfolger tätig sein. Für diese -- im Moment noch unbestimmte -- Zeit geht es um ein volles Engagement, danach wird er uns aber sicher lange erhalten bleiben.
Um wen handelt es sich bei den Nachfolgern?
Das wird in den nächsten Wochen bekanntgegeben. Es gibt jedenfalls sowohl intern als auch im Markt gute Leute.
Zürcher ist Verwaltungsrat bei Jung von Matt/Limmat. Wächst mit seinem verstärkten Engagement bei Advico nicht das Konfliktpotential?
Natürlich könnte es zu Interessenkonflikten kommen. Wie er das löst, müssen Sie ihn fragen. Er wird da bestimmt eine saubere Lösung finden.
VR-Präsident Bruno Widmer sprang nach dem GL-Exodus Ende Februar notfallmässig beim Tagesgeschäft ein. Wird er sich nach der Stabübergabe zurückziehen?
Sein Engagement war weder Wunsch noch Absicht. Er wird sich so schnell als möglich aus dem operativen Geschäft zurückziehen, sobald wir an Bord sind. Sicher wird er auch danach zur Verfügung stehen. Der Übergang wird keine Probleme bringen, dafür sind wir zu gut befreundet.

