07.11.2017

#Netzsperren

Junge Grünliberale lancieren Fake-Link-Aktion

Die Jungpartei befürchtet den Anfang der Internetzensur und startet in den Sozialen Medien eine Kampagne.
#Netzsperren: Junge Grünliberale lancieren Fake-Link-Aktion

In den Sozialen Medien sorgen seit Montag Fake-Links für Wirbel. Wer auf gewisse Newsmeldungen auf Twitter oder Facebook klickt, bekommt statt dem Artikel eine schwarze Seite angezeigt, auf der die Zeilen «Staatlich zensiert. Diese Webseite wurde aus rechtlichen Gründen gesperrt» zu lesen waren. Weiter unten folgt dann der Zusatz: «Zum Glück noch nicht...». So wunderte sich am Montag ein Leser von Tagi online, warum er einen Artikel zur No-Billag-Initiative nicht anschauen konnte. «Was ist da los?», fragte er.

Dahinter steckt eine Aktion der Jungen Grünliberalen. Auf Twitter verkündete die Partei: «Wir kämpfen gegen Netzsperren! Unser Zensur-Tool zeigt die Gefahren auf.» Angehängt war ein manipulierter Link, der anstatt zu einem «Watson»-Artikel auf die Webseite der Referendumsaktion führte.

Mit der Aktion wehren sich die Jungen Grünliberalen gegen das neue Geldspielgesetz, das die Einführung von Netzsperren für ausländsche Online-Casinos vorsieht. Gegenüber dem «Blick» nimmt Pascal Vuichard, Co-Präsident JGLP Schweiz, Stellung: «Wenn man Online-Casinos sperren kann: Kommt als nächstes Zalando oder Amazon dran, um den Schweizer Detailhandel vor Konkurrenz zu schützen?». Er fügt gegenüber der Zeitung warnend an: «Und von Zalando ist es dann nicht mehr weit zu einem ausländischen Nachrichtenportal, das in der Schweiz nicht mehr zugänglich wäre.»

Kreiert werden können die Fake-Links auf einer eigens erstellten Webseite. Hier kann jeder einen Link eingeben, den er fiktik zensieren will. Teilt er diesen später auf Facebook oder Twitter, führt er direkt auf die Webseite der Referendumsaktion. Bis am Dienstagmorgen haben über 150 solcher manipulierter Links erstellt. (wid)



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