15.05.2018

Facebook

Schraube gegen Hass, Gewalt und Sex angezogen

Das soziale Netzwerk hat seit Januar vor knapp 30 Millionen Posts gewarnt – meist ging es um sexuelle Inhalte.
Facebook: Schraube gegen Hass, Gewalt und Sex angezogen
Facebook will Forderungen nach mehr Transparenz entgegenkommen. (Bild: Keystone)

Facebook ist nach eigenen Angaben seit Jahresbeginn deutlich schärfer gegen die Verbreitung von Hass, Gewalt und sexuellen Inhalten auf seiner Plattform vorgegangen als im Vorjahr. Insgesamt wurden die Nutzer demnach seit Januar vor knapp 30 Millionen Posts gewarnt. Damit wolle Facebook Forderungen nach mehr Transparenz entgegenkommen, teilte das Unternehmen am Dienstag mit.

3,4 Millionen Beiträge mit Bildern von Gewalt seien seit Anfang des Jahres überprüft worden, dreimal mehr als in den letzten drei Monaten des Jahres 2017. In 86 Prozent der Fälle bemerkte Facebook nach eigenen Angaben die Bilder, bevor Nutzer auf diese aufmerksam machten.

Möglich sei dies auch durch neue Technologien und den Einsatz künstlicher Intelligenz, teilte der Konzern mit. Er reagierte demnach auf Verstösse, indem er die Posts löschte – oder im Zweifel Warnhinweise veröffentlichte.

Darüber hinaus schritt der Konzern nach eigenen Angaben gegen 1,9 Millionen Beiträge mit «Terrorpropaganda» ein, insbesondere mithilfe neuer Bilderkennungstechnologien. Bei der Auswertung von Hassbotschaften seien dagegen vielfach Mitarbeiter eingesetzt worden. 2,5 Millionen Posts fielen demnach in diese Kategorie.

Am häufigsten reagierte Facebook demnach weiterhin auf Beiträge mit sexuellen Inhalten. 21 Millionen entsprechende Posts seien überprüft worden. Kinderpornografie wurde in dem Bericht nicht erfasst.

Bereits am Montag hatte das soziale Netzwerk nach eigenen Angaben vorläufig 200 Apps gesperrt. Bislang seien tausende Apps darauf untersucht worden, ob sie Daten von Facebook-Nutzern abgegriffen haben. Rund 200 davon seien ausgesetzt worden (persoenlich.com berichtete).

Facebook steht derzeit wegen eines Datenskandals rund um die Datenanalysefirma Cambridge Analytica in der Kritik. (sda/afp/cbe)



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