26.10.2017

Helvetas

Auch nicht-afrikanische Familien porträtiert

Nach der Kritik im vergangenen Jahr lanciert Helvetas neue Familienporträts für die Kampagne «Echte Veränderung». Dieses Mal will es die Hilfsorganisation besser machen.
von Marius Wenger

Paternalismus oder positive Entwicklung? Vor rund einem Jahr lancierte Helvetas ihre Kampagne «Echte Veränderung» (persoenlich.com berichtete). Darin wurden vier Familien aus afrikanischen Ländern porträtiert und gezeigt. Die Entwicklungsorganisation wollte mit ihrer Kampagne nachvollziehbar machen, wie ihre Arbeit wirkt und wie die Porträtierten ihre Lebensbedingungen mit wenig Unterstützung und aus eigener Kraft von Generation zu Generation verbessern konnten. Die Kampagne löste Diskussionen in den sozialen Netzwerken und den Medien aus. Sie sei paternalistisch, neokolonialistisch und zementiere den Blick auf ein armes, von Hilfe abhängiges Afrika, wurde kritisiert (persoenlich.com berichtete).

Jetzt hat Helvetas die neuen Bilder der zweiten Kampagnenrunde vorgestellt: Darauf werden vier Familien aus Äthiopien, Bangladesch und dem Kosovo porträtiert, deren Leben sich über drei Generationen hinweg verbessert hat. Die Familie Chakma aus Bangladesch beispielsweise hätte mit Beratung und einem zinslosen Darlehen von Helvetas eine Gärtnerei eröffnen können, wie die Organisation in einer Mitteilung schreibt. Der Schritt sei nahegelegen, da bereits Hema Chakmas Mutter Gemüse angebaut habe. Dank des Einkommens aus der Gärtnerei könne nun Hema Chakmas Tochter Surjaa in der Stadt studieren und dereinst selbst beratend tätig sein. Auf einer Webseite stellt Helvetas weitere Informationen zur Verfügung.

Auf die letztjährige Kritik hin verteidigte Helvetas ihre Kampagne und kündigte an, sie in jedem Fall weiter zu verfolgen: In einer Medienmitteilung vom Dezember 2016 hiess es, man wolle mit der Kampagne den Blick weg von den gängigen Elendsbildern aus Afrika auf positive Entwicklungen lenken. Gleichzeitig wurde selbstkritisch eingeräumt, dass man auch Beispiele aus andern Kontinenten, die die Eigenleistungen der Porträtierten stärker zeigen und Entwicklungsbeispiele, die über die menschlichen Grundbedürfnisse hinausgehen, hätte auswählen sollen. Dies löste Helvetas nun ein.

Die von Spinas Civil Voices entwickelte, mehrjährige Kampagne zeigt vier neue Plakatmotive mit passenden Anzeigen und weiteren Kommunikationsmassnahmen in Print und online.

Verantwortlich bei Helvetas: Stefan Stolle (Leiter Marketing), Matthias Herfeldt (Leiter Kommunikation); verantwortlich bei Spinas Civil Voices: Lorenz Spinas (CD), Steph Huwiler (AD), Susi Kammergruber (Text), Barbara Studer (Beratung), Simon Opladen (Fotograf).



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