15.06.2015

Güsel

"Die Schaffhauser Güselmänner stehen hinter uns"

Die Kultserie der Abfalldetektive ist zurück: Produzent Jan Sulzer über die Resonanz auf die zweite Staffel.
Güsel: "Die Schaffhauser Güselmänner stehen hinter uns"

Herr Sulzer, letzte Woche ist die zweite Staffel der Kultserie "Güsel. Die Abfalldetektive“ im Netz angelaufen. Wie ist die Resonanz?
Die erste Folge 'Herblingen' wurde schon über 10'000 mal angeschaut, das ist ein super Start für die zweite Staffel. Auf den Social-Media-Kanälen wird bereits wieder rege kommentiert und verlinkt. Das freut uns Macher natürlich. 

Die obligate Frage: Wie kommt man überhaupt auf eine solche Idee?
Gabriel Vetter hat schon als Kantischüler auf dem Werkhof in Stein am Rhein sein Sackgeld aufgebessert. Was er dort erlebt und gehört hat beeindruckte ihn, besonders auch die tägliche Znünipause, die wohl oder übel dreissig Minuten dauern muss, auch wenn der Gesprächsstoff längst ausgegangen ist.

Wieso wird die Serie "nur" fürs Internet produziert?
Entstanden ist die erste Staffel im Rahmen des Web-Only Wettbewerbs von SRF, das auf der Suche nach kostengünstig produzierten, innovativen Inhalten für die neue Webpräsenz war. Nach dem Überraschungserfolg der ersten Staffel, beauftragte uns das SRF mit der Produktion einer Fortsetzung. So folgt es dem Trend Formate ins Internet zu verlagern - fernab von festen Sendezeiten. Wobei die erste Staffel Güsel nun doch noch den Weg als Zweitauswertung vom Internet ins Fernsehen gefunden hat, sie lief unlängst auf SRF Zwei.

Jan Sulzer führt mit Deborah Neininger zusammen die Firma Sulzer Neininger Film.

Wie unterscheidet sich eine Produktion fürs Internet von einer solchen fürs Fernsehen?
Prinzipiell gibt es keine Unterschiede. Heute werden ja viele internationalen Formate, die nur im Internet verbreitet werden sehr teuer produziert. Der Rezipient gewöhnt sich auch im Internet an eine hohe technische Qualität. Da wir jedoch für die erste Staffel ein Produktionsbudget von 100'000 Franken hatten, haben wir uns bereits bei der Konzeption für das Genre "Mockumentary" entschieden, das sich mit einfacheren technischen Mitteln realisieren lässt. Güsel gibt ja vor ein Dokumentarfilm zu sein, diese Fake-Dok-Ästhetik haben wir dann auch mit Dok-Film Equipement hergestellt. 

Wieviele Leute sind an der Produktion beteiligt?
Sowohl bei der ersten wie auch bei zweiten Staffel waren wir ein kleines Team, eine 15-köpfige Crew inklusive Catering. Fast alles Ostschweizer, nur einer der Kameramänner kommt von weit weg: aus dem Emmental. 

Ist bereits eine Fortsetzung geplant?
Nein. Wir hoffen jetzt erst einmal, dass die Zweite Staffel bei den Zuschauern ankommt. 
 
Wieviel kostet eine Folge "Güsel“?
Obwohl wir für die zweite Staffel ein grösseres Budget ausgehandelt haben, kosten wir immer noch nur einen Bruchteil einer durchschnittlichen Schweizer Fernsehproduktion. 

Wie reagieren die Schweizer Güselmänner auf Ihre Serie?
Also die Schaffhauser Güselmänner stehen jedenfalls hinter Güsel, auch für den Dreh von Staffel 2 wurden wir wieder grosszügig mit allerlei Requisiten versorgt und durften auch wieder das orangene Putzwägeli ausleihen. Überhaupt war die regionale Unterstützung riesig, es scheint ein Bedürfnis der Ostschweiz zu sein, den eigenen Dialekt in einer Serie zu hören. (msa)
 
Bild: zVg.


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